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08.07.2018 06:31

Super-Essen direkt vor unserer Haustüre

Kein Mensch weiß, was wir in 50 Jahren wirklich essen werden. Insekten vielleicht? Astronautenkost? Oder ähnlich wie jetzt? Letzteres nur, wenn wir ausbauen, was wir haben: vom „Superfood“ - Kren bis Aronia - über herrlichstes Gemüse aller und alter Sorten bis hin zum Fisch. Und wieder „runterkommen“

Wenn Sie heute Ihr Sonntagsschnitzel essen, dann genießen Sie es vielleicht noch ein bisserl mehr. „Denn so, wie es jetzt ist, wird es nicht ewig bleiben“, prognostiziert Peter Bermann, Geschäftsführer von STERTZ, einer Plattform, die umfassend Nahrung im Fokus hat und sie wieder zur gesünderen machen soll. Zum Schnitzel: „In der Form sehe ich das in der Zukunft nicht. Zu vieles wird sich ändern.“ Die „Fleischproduktion“ in herkömmlicher Form werde man sich nicht mehr leisten können. „Allein, wenn das mit der Bodenversiegelung so weitergeht, fehlen Flächen für Weiden oder Futtergewinnung.“ Und industrielle Massentierhaltung werde immer mehr gesellschaftlich verurteilt. Auch würden sich Trends, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren, verstärken. Und wir müssen wieder „runterkommen“. „Keines meiner Kinder würde ein normales Joghurt essen, in das ich einfach frische Früchte schneide“, erzählt eine Mutter. „Sie wollen so ein künstliches, eines ,zum Kaufen’.“ Viele Kinder (aber auch Erwachsene) wissen heute nichts mehr von „reinem“ Geschmack, von sauberer Herstellung, wo Fleisch herkommt, wie Früchte oder Obst wachsen.

„Wir müssen wieder bei der Bewusstseinsbildung ansetzen“, mahnt Bermann. Uns noch viel mehr auf „regional“ und „saisonal“ stürzen. Und die steirischen Stärken weiter ausbauen. Davon haben wir viele: Wer braucht irgendwelche Goji-Beeren, wenn steirisches „Superfood“ direkt vor unseren Nasen wächst. Wir haben Kren, Aronia, Kohl! Und wir haben Geschmack. So eine echte Paradeis, wie sie die „Jungen Wilden Gemüsebauern“ zum Beispiel produzieren - die schmeckt nach etwas! Bermann: „Es wäre doch super, wenn wir statt irgendeinem genverseuchten US-Ketchup solches aus sonnengereiften heimischen Tomaten in die Läden bekämen.“ STERTZ arbeitet daran. Wir müssen auch alte Rassen bei den Tieren wieder stärken. Bei Hühnern etwa so grandiose wie die Sulmtaler, die nicht nur gut legen, sondern auch köstlich schmecken, Hahn wie Henne. Da ist noch viel Luft nach oben

Christa Bluemel
Christa Bluemel

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