Sa, 20. Oktober 2018

Polizei-Großeinsatz

23.06.2018 10:31

Heftig! Serbien-Fans randalieren in Wien wegen WM

Szenen, bei denen einem ganz anders wird: Auf der Wiener Ottakringer Straße führte das bittere 1:2 der Serben gegen die Schweiz bei der Fußball-WM in Russland zu einem Großeinsatz der Polizei. Etwa 30 Polizeiautos, jede Menge Uniformierte, die mit Schutzschildern und Schlagstöcken ausrückten, und ein über den Tobenden kreisender Hubschrauber, der noch bis weit nach Mitternacht zu hören war, sorgten für einen Ausnahmezustand. Schuld daran: Provokationen auf dem Spielfeld, politische Gesten beim Torjubel und schlechte serbische Verlierer, die mit Flaschen warfen und für Schlägereien sorgten. Die Ottakringer Straße musste im Bereich der Ausschreitungen gesperrt werden.

Am Abend zuvor hatten die kroatischen Fans noch ihren 3:0-Sieg über Argentinien am gleichen Ort gefeiert. Doch der Freitagabend verlief ganz anders. Während des Spiels gab es die Riesenparty in der Gegend um die Ottakringerstraße, dann die Ausschreitungen. Eine Instagram-Userin filmte die wilden Szenen (siehe Video oben und Screenshots daraus unten).

Laut Polizei entstanden die tumultartigen Szenen, nachdem einige Fangruppen zwei Lokale in der Ottakringer Straße verließen und auf der Straße zunächst die serbische Führung lautstark feierten und danach auf die einschreitenden Polizisten losgingen.

Es gab Schlägereien, Fenster wurden eingeworfen, Gläser auf die Straßen geschleudert. Auch ein Polizeihubschrauber kreiste zur Unterstützung der Polizisten am Boden über Ottakring, da es laut Polizei „vermehrt zu Einsätzen aufgrund ,unzufriedener‘ Fußballfans“ gekommen war.

Nach Spielende ist Situation eskaliert
Als die Schweiz kurz vor Spielende das 2:1 gegen Serbien erzielte, eskalierte die Situation vollkommen, denn das Tor hatte der albanischstämmige Xherdan Shaqiri erzielt und danach seine Hände beim Torjubel zum albanischen Doppeladler geformt, sich das Trikot vom Leib gerissen, um mit nacktem Oberkörper und bösem Gesichtsausdruck in Richtung serbischer Fansektor zu starren. Das war ein politisches Statement, darüber waren sich alle Kommentatoren einig.

Der Ausgleichstreffer zum 1:1 war bereits zuvor von dem ebenfalls albanischstämmigen Granit Xhaka mit einer ähnlichen Geste gefeiert worden.

Video: Alle Tore des WM-Spiels

Die serbischen Fans im Stadion in Kaliningrad wiederum begleiteten jeden Ballkontakt der beiden mit Buhrufen und Pfiffen - und zwar während der gesamten 90 Minuten. Es war das bisher politischste Spiel dieser WM.

Sticheleien vor dem Spiel
Schon vor dem Spiel hatte es heftige politische Sticheleien zwischen den Gegnern gegeben. Auf Shaqiris Fußballschuhen, die er auch beim 2:1-Sieg seiner Mannschaft trug, ist neben der Schweizer Flagge auch die kosovarische abgebildet. Nachdem der 26-jährige Fußballer diese Schuhe auf seiner Instagram-Steite gepostet hatte, wurde er nicht nur in sozialen Medien, sondern auch in serbischen Medien heftig attackiert.

Natürlich alles keine Rechtfertigung für viele in Wien lebende Serbien-Fans, nach dem Spiel völlig die Fassung zu verlieren. Nicht auszudenken, wie weit es noch eskaliert wäre, hätte die alarmbereite Polizei nicht eingegriffen und ahnungslose Passanten geschützt sowie die Situation deeskaliert. Die Bilanz des Abends: vier Festnahmen, schwere Sachbeschädigungen, aber keine Verletzten.

krone Sport
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