Mo, 18. Juni 2018

Schiff ahoi!

01.06.2018 14:02

Willkommen auf allen Weltmeeren

Kreuzfahrten liegen im Trend, eignen sich vortrefflich, um bequem und sicher von Hafen zu Hafen zu reisen, viel zu entdecken und einen wunderbaren Urlaub zu verbringen.

Vorweg: Ich bin ein Kreuzfahrt-Fan! Ich liebe es, aufs Meer zu schauen, die Vorzüge eines schwimmenden Hotels zu genießen, trotzdem jeden Tag Neues in den verschiedensten Ländern dieser Erde kennenzulernen, den Horizont durch Reisen zu erweitern. Ich finde es gut, dass Schiffsreisen für eine breite Masse leistbar geworden und nicht mehr elitär sind. Aber: Mir ist auch Umweltschutz wichtig. Eine Zwickmühle, die unüberwindbar ist? Mitnichten. An der zivilen Schifffahrt weltweit hat die Kreuzfahrtflotte einen Anteil von nur 0,5 Prozent. Ich versuche, meine Auto stehen zu lassen, wann immer es geht. Ich kaufe saisonal und regional. Ich versuche gut zu wirtschaften, möglichst nichts zu verschwenden. Darf man also noch mit dem Flugzeug verreisen, eine Schiffsreise buchen?

Auch den Reedereien ist die Problematik bekannt, und deshalb steht der Kurs auf Öko. Im eigenen Interesse wird der Verbrauch minimiert, werden Filter, Katalysatoren und Kläranlagen eingebaut. Wasserverbrauch und -entsorgung sowie Abfallmanagement sind wichtige Themen, jedes Schiff, das etwas auf sich hält, hat mittlerweile einen Umweltbeauftragten im Offiziersrang an Bord und erkennt, wie wichtig der sensible Umgang mit Ressourcen ist.

In Palma de Mallorca ist es also so weit, und wir gehen an Bord der „Mein Schiff 2“, die als eher kleineres Schiff der Flotte gilt und rund 1912 Passagieren Platz bietet. Die Kabinen sind hell und freundlich, schnell finden wir uns zwischen Kids Club, Restaurants und Poolbereich zurecht. Die Crew ist international und sehr umsichtig. Einer, der sich um das Wohl der Gäste kümmert, ist Peter Hinterlechner. Der Österreicher hat Koch und Kellner gelernt, fährt nun schon seit 35 Jahren zur See und ist nun in der führenden Position eines Hotel Managers an Bord. 24 Jahre jung ist Alina Madritsch aus Kärnten; sie hat im renommierten Hotel Ronacher in Bad Kleinkirchheim gelernt und leitet nun das Spa auf der „Mein Schiff 2“. Nachdem Schiffsreisen eine Hochkonjunktur erfahren, alleine heuer weltweit 27 neue Hochsee-, Fluss- und Spezialkreuzfahrtschiffe in Dienst gestellt werden, bietet das Schiff als Arbeitsplatz ein ungeheures Potential, und es macht schon ein wenig stolz, immer wieder Österreicher/innen in führenden Positionen an Bord zu begegnen.

Vor wenigen Tagen erst ist das jüngste Schiff im Rahmen des Hamburger Hafengeburtstages von den beiden Beachvolleyball-Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst mit einer Inszenierung aus Lichtshow und Feuerwerk am Container Terminal Burchardkai auf den Namen „Mein Schiff 1“ getauft worden. „Die Containerbrücken sind Hamburg pur - unsere Tauf-Inszenierung verbindet Hafenindustrie mit Kreuzfahrtbegeisterung“, so Wybcke Meier, CEO von TUI Cruises.

Aktuell verfügt TUI Cruises, mit Sitz in Hamburg, über sechs „Mein Schiff“-Schiffe und eine Bettenkapazität von rund 14.000. 2019 kommt noch ein Neubau dazu, der die „Mein Schiff 2“ ersetzen wird. Weil aber die „alte“ „Mein Schiff 2“ ein Herzstück der Flotte ist und sich bei den Gästen besonderer Beliebtheit erfreut, bleibt sie unter dem Namen „Mein Schiff Herz“ TUI Cruises erhalten, und Mittelmeerfahrten für Sommer 2019 sind schon buchbar.

Palma de Mallorca ist ein schöner Einstieg, die Kathedrale La Seu vom Schiff aus gut zu sehen. Ein individueller Landgang ist mühelos zu bewerkstelligen und empfehlenswert. Cadiz, die weiße Stadt an der spanischen Atlantikküste, ist der nächste Hafen und gefällt mir besonders gut. In wenigen Schritten ist die Altstadt zu erreichen, vor der Kathedrale - auch hier ein imposantes Gebäude - gibt eine Flamenco-Tänzerin eine Kostprobe, während wir genüsslich in der Sonne ein Eis schlecken. Genuss ist leicht in dieser Stadt, der Markt bietet einen wahren Sinnesrausch an Farben und Geschmäckern. Obst, Gemüse, Fische - alles zu Preisen, die wir uns zu Hause nur wünschen würden. An manchen Ständen gibt es Paella, kleine gebratene Fischlein, Tapas und Pinchos, Erdäpfel-Spießchen. Es ist schwer zu widerstehen, obwohl es auf dem Schiff gut, reichlich und rund um die Uhr zu essen gibt.

„Kreuzfahrten machen dick“ ist übrigens einer der acht Irrtümer, mit denen der Österreichische ReiseVerband kürzlich in einer Aussendung aufgeräumt hat. Die Reedereien verwöhnen zwar mit hervorragenden Restaurants und köstlichen Buffets, aber es stehen Fitness-Center, sportliche Aktivitäten (wie Spinning an Bord oder z. B. geführte Radausflüge) und Wellnessprogramme zur Auswahl.

Tatsächlich - in Fuerteventura entscheiden wir uns für eine Wanderung auf Los Lobos mit Hannelore, einer Deutschen, die sich vor rund 30 Jahren in die Insel verliebt hat und sie mit großer Begeisterung den Touristen näherbringt. Wir genießen den Marsch durch die karge Landschaft, meist das azurblaue Meer im Auge, machen beim Leuchtturm ein köstliches Picknick. Arrecife auf Lanzarote bietet dagegen Einblicke in das beschauliche Leben auf den Kanarischen Inseln, immer mit einer leichten Brise und frühlingshaften Temperaturen. Afrika ist nahe, Agadir der nächste Hafen. Marrakesch wäre ein lohnender Ausflug, wir entscheiden uns allerdings für die „kleine Schwester“ Taroudant. Im Frühjahr ist die Landschaft noch grün, später im Sommer weiden die Ziegen auf den Bäumen, weil der Boden zu karg geworden ist. Die Fahrt ist schon ein Erlebnis, der Souk natürlich auch, ebenso wie die Stadt an sich, die von einer mittelalterlichen Mauer umgeben ist.

An Seetagen ist die Entspannung für mich vollkommen. Lange Schlafen, kein Stress, an Land etwas zu versäumen, ausreichend Zeit für Unterhaltung und Kulinarik an Bord. Es gibt zum Beispiel ein Atelier am Schiff, eine Künstlerin bietet Kurse in Aquarell-Malen an. Für Kinder, aber auch für Erwachsene. Oder man mietet sich ein spezielles Plätzchen in einer der Entspannungsinseln, um ein Buch zu lesen, nur unterbrochen von einem Schläfchen oder hin und wieder einem Blick auf das ruhige Meer. Für Familien ist so eine Kreuzfahrt überhaupt ideal, es gibt die Möglichkeit, zusammen etwas zu erleben, aber auch für jedes Familienmitglied seinen Neigungen gerecht zu werden, was so viel heißt, wie dass sich die Kinder im ähnlichen Alter bald finden und es schöne Angebote im Kinder- und Teensclub gibt, Freundschaften geschlossen werden.

Dann kommt wieder ein Höhepunkt: Gibraltar. Oder Barcelona, das viele Sehenswürdigkeiten offeriert, zu viele natürlich für einen Tag; aber es reicht, um sich einen guten Einblick zu verschaffen. Eine Kreuzfahrt ist eine schöne Kombination aus Entspannen, Genießen und trotzdem jeden Tag Neues erleben!

Andrea Thomas, Kronen Zeitung

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