Mi, 15. August 2018

Vorsorge

03.06.2018 06:00

Wenn Muttermale gefährlich werden

Ist es ein harmloser Leberfleck oder ein Melanom? Für einen Laien ist es meist schwierig, dies festzustellen. Gehen Sie daher regelmäßig einmal jährlich zum Haut-Check. Nur so ist es möglich, Veränderungen und Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen.

Unter dem Begriff Hautkrebs werden verschiedene bösartige (maligne) Erkrankungen  zusammengefasst.  Die gefährlichste Art ist das maligne Melanom, auch „schwarzer Hautkrebs“ genannt. Weitaus häufiger, aber mit einem deutlich weniger aggressiven Verlauf tritt der „helle Hautkrebs“ auf.  Für alle Formen gilt: Eine frühe Diagnose ist von großer Bedeutung für die Therapie.

„Schwarzer Hautkrebs“
Ein von den Pigment bildenden Zellen (Melanozyten) ausgehender bösartiger Tumor zeigt sich zu Beginn als dunkler Fleck, der mit der Zeit Farbe und Form verändert, erhaben und knotig werden kann. Verfallen Sie jedoch nicht gleich in Panik, wenn Sie ein neues Muttermal entdecken. Meist sind diese harmlos. Dennoch Hautveränderungen vom Facharzt abklären lassen!

Wer zahlreiche gutartige „Leberflecke“ hat, trägt ein größeres Risiko, dass eines davon entartet. „Etwa jedes dritte Melanom entsteht aus einem bereits vorhandenen Muttermal, daher sollten diese regelmäßig - mindestens einmal im Jahr - vom Hautarzt untersucht werden“, erklärt Univ.-Prof. Priv. Doz. Dr. Erika Richtig, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Med-Uni Graz.   Als Alarmzeichen gelten die in der ABCDE-Regel festgehaltenen Symptome: Asymmetrie des Fleckes, unscharfe Begrenzung, Colour (wechselnde Farbe innerhalb des Males), Durchmesser (mehr als fünf Millimeter) und Erhabenheit.

Melanome können auch Metastasen (bösartige Tochtergeschwülste) etwa in Lymphknoten, Leber, Lunge, Gehirn etc. bilden. Moderne Therapien verbessern mittlerweile das Überleben und die Lebensqualität für etliche Betroffene auch im fortgeschrittenen Stadium.  Neben einer operativen Entfernung werden  Bestrahlung, Immuntherapie sowie auf eine Mutation der Tumorzelle ausgerichtete Verfahren (Targeted Therapies) oder - mittlerweile sehr selten - Chemotherapien angewendet. 

„Weißer Hautkrebs“
Die Gruppe der unter „Heller/Weißer Hautkrebs“ zusammengefassten Erkrankungen beinhaltet neben dem Basaliom auch das Plattenepithelkarzinom  (kann auch Metastasen bilden) sowie die als Tumorvorstufe geltende Aktinische Keratose.  Diese Hautveränderungen  bleiben meist lange unbemerkt oder unterschätzt. Das Basaliom gilt nicht nur als häufigste Form von Hautkrebs, sondern der menschlichen Tumore generell.

„Es wächst langsam über Monate bis Jahre und kommt vor allem in der zweiten Lebenshälfte vor“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Rainer Kunstfeld,  ärztlicher Leiter am Dermatologikum-Wien. Sehr kleine und oberflächliche Basaliome lassen sich oft nicht-operativ und nahezu narbenfrei behandeln. „Im fortgeschrittenen Stadium kann die Entfernung größerer Gewebsareale erforderlich sein“, so der Dermatologe.

Vorsorge
Alle Formen dieser Tumoren sind heilbar, wenn sie frühzeitig erkannt und behandelt werden. Dank moderner diagnostischer Geräte lassen sich sowohl schwarzer als auch weißer Hautkrebs rasch und sicher feststellen. Experten weisen darauf hin, dass nicht einmal 50 Prozent der Österreicher bereits bei einer Hautvorsorgeuntersuchung waren. Die wichtigste Prävention ist aber der vernünftige Umgang mit der Sonne. Neben genetischen Faktoren wird Hautkrebs meist durch extreme und intensive UV-Strahlung, insbesondere in der Kindheit und Jugend, ausgelöst. Die Haut merkt sich jeden einzelnen Sonnenbrand. Daher sollten wir und vor allem unsere Kinder auf keinen Fall zu lange und ungeschützt in die Sonne.

Mag. Regina Modl, Kronen Zeitung

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