Mi, 19. Dezember 2018

Fürs Auge unsichtbar

14.05.2018 08:51

Forscher verstecken Informationen in normalem Text

Informatiker der Columbia University in New York haben eine neue Methode entwickelt, versteckte Informationen in gewöhnlichen Text einzubetten. Die Form einzelner Schriftzeichen wird dafür - für das menschliche Auge unsichtbar - lediglich minimal verändert.

Wie Changxi Zheng und seine Kollegen von der Columbia Engineering mitteilen, funktioniert die „FontCode“ genannte Methode im Gegensatz zu anderen Text- und Dokumentmethoden, die eingebettete Informationen verbergen, mit den meisten Schriftarten und Dokumenttypen sowie gängigen Text- und Bildverarbeitungsprogrammen wie Microsofts Word oder Adobes Photoshop. Die verborgenen Informationen würden sogar dann beibehalten, wenn das Dokument auf Papier gedruckt oder in einen anderen Dateityp konvertiert werde.

Soll Manipulation von Dokumenten verhindern
Obwohl es offenkundige Spionageanwendungen gebe, sei FontCode vor allem für Unternehmen gedacht, die die Manipulation von Dokumenten verhindern oder ihre Urheberrechte schützen wollten, sowie für Händler und Künstler, die QR-Codes und andere Metadaten in einen Text einbetten möchten, ohne das Aussehen oder Layout eines Dokuments zu verändern, erläutert Zheng.

„Wenn Sie einen Buchstaben, ein Interpunktionszeichen oder ein Symbol in eine etwas andere Form ändern, können Sie die Bedeutung des Dokuments ändern“, ergänzt sein Kollege Chang Xiao. "Diese versteckten Informationen sind zwar für Menschen nicht sichtbar, aber maschinenlesbar, genauso wie Barcodes und QR-Codes sofort von Computern gelesen werden können. Im Gegensatz zu Barcodes und QR-Codes beeinträchtigt FontCode jedoch nicht die visuelle Ästhetik des gedruckten Materials, und seine Präsenz kann geheim bleiben."

Winzige, für Menschen nicht sichtbare Änderungen
Die Informationen werden demnach durch winzige Änderungen etwa in der Strichbreite, der Ober- und Unterlänge oder Serifen einzelner Buchstaben codiert. Da jeder Buchstabe codiert werden könne, sei die Menge der geheim übertragbaren Informationen einzig durch die Länge des regulären Textes begrenzt, so die Wissenschaftler.

Die mit FontCode versteckten Daten seien extrem schwierig zu erkennen. Und selbst wenn ein Angreifer die Font-Änderungen zwischen zwei Texten erkennen sollte, was angesichts der subtilen Änderungen höchst unwahrscheinlich sei, sei es schlichtweg nicht praktikabel, jede Datei zu scannen, die innerhalb eines Unternehmens ein- und ausgeht.

Auch für Verschlüsselung nutzbar
Darüber hinaus bette FontCode nicht nur Nachrichten ein, sondern könne diese auch verschlüsseln. Zwar seien die Änderungen in einem Codebuch gespeichert, ihre Position sei aber nicht festgelegt. Personen, die über verschlüsselte
Dokumente kommunizieren wollen, müssen sich demnach nur auf einen privaten Schlüssel einigen, der die Positionen oder die Reihenfolge der manipulierten Buchstaben im Codebuch angibt, so die Informatiker, die ihre Technologie bereits patentieren haben lassen und nun auf andere Sprachen und Schriftzeichen, darunter chinesisch, ausweiten wollen.

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