So, 16. Dezember 2018

Er hatte alle Daten

04.05.2018 14:59

Nutzerin bedrängt: Facebook feuert Stalker-Unhold

Ausgerechnet ein Facebook-Ingenieur, der eigentlich für die Sicherheit der beim Sozialen Netzwerk gelagerten Nutzerdaten zuständig war, hat diese Daten missbraucht, um Frauen zu stalken. Als der Fall öffentlich wurde, hat Facebook den Mitarbeiter zwar gefeuert. Der Vorfall wirft jedoch inmitten einer Zeit des Misstrauens abermals ein schlechtes Licht auf den US-Konzern.

Der Vorfall mit dem Facebook-Ingenieur wurde öffentlich, weil eines seiner Opfer Screenshots ihrer Chats auf der Dating-Plattform Tinder anfertigte und diese über eine IT-Sicherheitsexpertin ihren Weg auf Twitter fanden. Offenbar hatte der Facebook-Mitarbeiter über das verknüpfte Instagram-Profil der Frau ihre Tinder-Identität ausgeforscht und sie dort kontaktiert.

„Professioneller Stalker“ mit intimsten Infos
Die Unterhaltung sei schnell gruselig geworden, berichtet „Ars Technica“. Der Facebook-Mitarbeiter habe der Frau in den Chats mitgeteilt, dass er von Berufs wegen „professioneller Stalker“ sei, sie aber ganz schön schwer zu finden sei.

Anschließend offenbarte er der Frau, die selbst Softwareentwicklerin ist, allerlei intime Geheimnisse über sie, die ein Fremder eigentlich nicht wissen kann. Die Frau war entsprechend verängstigt. Experten glauben, der Facebook-Mitarbeiter habe sich zuvor in der nicht öffentlich zugänglichen Datenbank seines Arbeitgebers ins Detail über sein Stalking-Opfer informiert.

Mitarbeiter wurde mittlerweile entlassen
Bekannt wurde der Stalking-Vorfall bereits am vergangenen Wochenende, der verdächtigte Facebook-Mitarbeiter wurde allerdings erst am Donnerstag gefeuert. Alex Stamos, bei Facebook für die IT-Sicherheit zuständig, erklärte nach der Entlassung: „Wir haben diesen Vorfall schnell untersucht und die Person unverzüglich entlassen.“

Stamos fügt hinzu: „Wir verlassen uns nicht bloß auf Firmenrichtlinien, wir überprüfen sie auch. Der Zugriff auf sensible Daten wird protokolliert und wir haben automatische Systeme, die Missbrauch verhindern.“ Wer seine Macht über die Nutzerdaten missbrauche, werde unverzüglich gefeuert. Der stalkende Ingenieur wurde allerdings erst entlassen, nachdem seine Tinder-Chats veröffentlicht wurden.

Mitarbeiter der IT-Konzerne haben viel Macht
Der Fall zeigt einmal mehr, welche Macht Mitarbeiter von IT-Konzernen wie Facebook haben. Im Geschäft mit sensiblen Nutzerdaten bieten sich schwarzen Schafen in diesen Unternehmen jede Menge Möglichkeiten, ihre Rechte in der Firmen-IT zu missbrauchen. Man erinnere sich nur an den Twitter-Mitarbeiter, der vor einem halben Jahr an seinem letzten Arbeitstag das Konto von US-Präsident Donald Trump deaktiviert hat.

 krone.at
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