Di, 26. März 2019
08.10.2009 13:50

Die Uhr tickt...

Website berechnet persönliches Sterberisiko

Der Zeitpunkt des eigenen Todes ist eines der großen Rätsel des Lebens. Wissenschaftler in den USA haben nun eine Website ins Leben gerufen, auf der Neugierige der Lösung dieses Rätsels ein Stück weit näher kommen können. Genau vorhersagen lässt sich der Tag des Todes zwar nicht; aus großen statistischen Datenmengen können die Wissenschaftler aber einige Aussagen über die Wahrscheinlichkeit eines baldigen Ablebens machen.

Ins Leben gerufen wurde die Website "DeathRiskRankings" (siehe Infobox) von einer Gruppe aus Professoren und Studenten in den USA. Ihnen geht es nicht um Wahrsagerei, sondern darum, die Menschen über ihr Sterberisiko aufzuklären - und über die gesundheitlichen Faktoren, die dieses Risiko vergrößern. "Die meisten Amerikaner haben keine Ahnung von ihrem Sterberisiko", sagt Professor David Gerard von der Lawrence University im Bundesstaat Wisconsin. "Noch weniger wissen sie über ihre spezifischen Risikofaktoren."

Für ihre Berechnungen stützt sich die Website auf eine Datenbank zu Sterbefaktoren wie etwa Alter, Geschlecht, Krankheiten und Wohnort. Einen genauen Sterbetermin rechnet sie nicht aus. Sie gibt aber an, wie hoch das persönliche Sterberisiko eines Menschen in einem bestimmten Zeitraum ist - sei es ein Jahr oder 30 Jahre.

Bei einer 20-jährigen Amerikanerin aus dem Bundesstaat Pennsylvania etwa beträgt das Risiko, binnen eines Jahres zu sterben, nur eins zu 2.000 - oder 0,5 Prozent. Im Alter von 40 Jahren ist das Risiko dreimal höher, mit 60 Jahren 16 Mal und mit 80 Jahren 100 Mal höher. "Das bedeutet aber auch, dass eine Amerikanerin mit 80 Jahren immer noch eine 95-prozentige Chance hat, den 81. Geburtstag zu überleben", sagt Gerard.

Junge Männer erwischt es eher als Frauen
Bei Männern mit 20 Jahren sei zu berücksichtigen, dass das Sterberisiko um fast das Dreifache höher liege als bei Frauen, weil sie öfter Opfer von Unfällen, Gewalttaten oder Selbstmord würden. Bei Männern mit 50 Jahren hingegen liege das höhere Sterberisiko vor allem an den weit verbreiteten Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Auch regionale Vergleichsdaten würden einbezogen. So habe etwa eine 54-jährige Frau aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania ein 33 Prozent höheres Risiko als eine gleichaltrige Britin, an Brustkrebs zu sterben. Bei der Britin hingegen liege das Risiko des Todes durch Lungenkrebs um 29 Prozent höher.

Initiatoren erhoffen sich öffentliche Aufklärung
Professor Paul Fischbeck, einer der Initiatoren der Website, erhofft sich von dem Projekt vor allem öffentliche Aufklärung. "Nun kann jeder sein eigenes Todesrisiko abschätzen", sagt der Wissenschaftler von der Carnegie-Mellon-Universität in Pennsylvania. "Wir hoffen, dass sich die Öffentlichkeit informiert und dadurch ins Gespräch kommt."

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