07.11.2002 11:41 |

Beiss-Hörnchen

Killer- Eichhörnchen versetzt Stadt in Angst

Kinder dürfen nicht mehr draußen spielen, Erwachsene trauen sich kaum noch vor die Tür: In der englischen Stadt Knutsford bei Manchester verbreitet ein wildes Tier Angst und Schrecken. Es ist kein tollwütiger Fuchs und kein entlaufener Kampfhund - sondern ein Eichhörnchen.
"Jeder hier hat Angst", zitierte die "Times" am Donnerstag eine Stadtbewohnerin. "Man lässt seine Kinder nicht mehr raus. Ich kann noch nicht mal die Wäsche draußen aufhängen. Es ist ein bösartiges kleines Ding."
 
Allein in der vergangenen Woche hat das Pelztierchen sechs Menschen angefallen.
 
Jüngstes Opfer ist die zwei Jahre alte Kelsi Morley, die sich zunächst darüber gefreut hatte, dass das Eichhörnchen so zutraulich war.
 
Doch plötzlich sprang das Tier dem Mädchen ins Gesicht und biss sich oberhalb des Auges fest. "Es war schrecklich, weil sie herumwirbelte und wir es nicht abbekommen konnten", sagte die Mutter, Karen Morley. "Es war so viel Blut da, dass ich dachte, es hätte Kelsis Auge rausgerissen."
 
Die königlich-britische Tierpolizei steht vor einem Rätsel, weil die kleinen Nager doch als scheu bekannt sind. Ein aus Amerika eingewandertes Tier, das amerikanische graue Eichhörnchen, ist allerdings aggressiver und hat seit seiner Ankunft im Jahre 1876 das einheimische rote Eichhörnchen nahezu ausgerottet.
 
Ray Jackson, der Leiter eines Tierheims, glaubt, das angriffslustige Eichhörnchen sei zuerst als Haustier gehalten und dann ausgesetzt worden. Ehemals zahme Tiere könnten dann aggressiv werden. Tollwut gibt es aber auf den britischen Inseln nicht.
Donnerstag, 24. Juni 2021
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