Di, 12. Dezember 2017

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02.12.2017 05:59

Libratone Q-Adapt: Geräuschunterdrücker mit Vogerl

Der dänische Audiospezialist Libratone buhlt nicht nur mit vernetzten Lautsprechern, sondern auch mit Kopfhörern mit Geräuschunterdrückung um die Gunst der Audiophilen. Der On-Ear-Kopfhörer Q-Adapt lauscht mit Mikrofonen nach Störgeräuschen in der Umgebung und "löscht" diese akustisch aus der aus dem Kopfhörer dringenden Musik. Wie gut das funktioniert und wie sich der Noise-Cancelling-Kopfhörer mit dem Vogerl in der Praxis anhört, haben wir getestet.

Schön ist er ja, der Q-Adapt von Libratone. Zumindest, wenn man auf unaufdringliches nordisches Design steht. Nylonüberzogener Bügel, stabil wirkende Höreraufhängung aus Metall, bequeme Polsterung aus Kunstleder - und zwei in der getesteten Version unauffällig-dunkelgraue Hörer, am rechten der einzige echte Blickfang des unaufdringlichen Dänen: das leuchtende Firmenlogo in Form einer Nachtigall, eingebettet in eine Touch-Fläche zur Bedienung des Kopfhörers.

40-Millimeter-Treiber mit Neodym-Magneten
Die technischen Fakten: Den Sound erzeugen beim Libratone Q-Adapt zwei 40-Millimeter-Treiber mit Neodym-Magneten. Die Akkulaufzeit - geladen wird via microUSB - beziffert der Hersteller mit 20 Stunden. Zuspielgeräte werden entweder per Audioklinke oder Bluetooth 4.1 (AptX-Streaming) angebunden. Schade, immerhin kostet der Kopfhörer günstigstenfalls rund 180 Euro: NFC für den flotten Bluetooth-Verbindungsaufbau mit entsprechend ausgestatteten Zuspielgeräten gibt es nicht. Und auch ein Flugzeug-Adapter - nirgends ist ein Noise-Cancelling-Kopfhörer so wertvoll wie im Flieger - liegt nicht bei.

Ausgewogener Klang mit hinreichend Bass
Das Wichtigste zuerst: Klanglich weiß der kleine Däne durchaus zu überzeugen. Das Klangbild ist recht ausgewogen, erfreut mit klar wahrnehmbaren Höhen, voluminösen Mitten, sauber ausdifferenzierten und gut wahrnehmbaren, dabei aber nicht überrepräsentierten Bässen. Damit ist der Q-Adapt für viele Musikrichtungen geeignet, klingt standardmäßig deutlich neutraler als manch buntes Bassmonster am Markt. Und wer tatsächlich mehr Bass will, als standardmäßig geboten wird, kann per Equalizer am Smartphone nachhelfen - entweder im jeweiligen Player oder der Libratone-App. Den Klangtest besteht er also, der Geräuschunterdrücker mit dem Vogerl.

Verblüffend gute Geräuschunterdrückung
Die Geräuschunterdrückung selbst kann sich ebenfalls sehen lassen. Ist sie aktiviert und wird gerade keine Musik wiedergegeben, ist zwar ein leises Grundrauschen zu hören. Umgebungsgeräusche werden aber tatsächlich recht zuverlässig herausgefiltert. Die Stärke der Noise-Cancelling-Funktion kann man direkt am Kopfhörer wählen. Wird die Funktion auf Maximum gestellt, schirmen die Kopfhörer auch bei einer Busfahrt oder sogar im Flugzeug einen Großteil der Störgeräusche heraus. Noch etwas besser wäre der Effekt wohl, wenn es sich um einen die Ohren umschließenden Kopfhörer handeln würde, für ein On-Ear-Modell macht der Q-Adapt seine Sache aber sehr gut.

Touch-Bedienung klappt nur unzuverlässig
Einen gemischten Eindruck hinterlässt das Bedienkonzept des Libratone-Kopfhörers. Zwar hat uns im Test gefallen, dass der Kopfhörer erkennt, wenn er gerade getragen wird und die Musikwiedergabe stoppt, wenn man ihn abnimmt. Aber die Steuerung mit dem in den rechten Hörer eingelassenen Touchfeld funktioniert nicht immer zuverlässig. Prinzipiell kann man hier durch kreisförmiges Wischen die Lautstärke ändern, mit anderen Gesten zum nächsten Lied wechseln, die Mute-Funktion aktivieren oder Anrufe annehmen. Allerdings: Im Test wurden unsere Gesten eher unzuverlässig erkannt, es folgte bei Weitem nicht auf jede Eingabe auch eine Reaktion. Da dürften viele Nutzer schnell frustriert das Smartphone aus der Hose kramen.

Sauber verarbeitet, vernünftige Akkulaufzeit
Noch ein Wort zum Handling des Q-Adapt: Im Test hat der Kopfhörer einen durchaus wertigen Eindruck hinterlassen, vor allem der nylonummantelte Bügel und die weich gepolsterten Hörer wissen zu gefallen. Die Aufhängung selbiger wirkt langlebig, die nylonumhüllten mitgelieferten Kabel ebenfalls. Die Bedienelemente (Power-Button, Noise-Cancelling-Button) sind unaufdringlich an der Hörerunterseite angebracht und bieten einen klaren Druckpunkt. Die Akkulaufzeit entspricht unserer Erfahrung nach etwa den vom Hersteller versprochenen 20 Stunden, ein Ladevorgang ist innerhalb von drei Stunden beendet.

Fazit: Libratone macht mit dem Q-Adapt viel richtig. Er klingt sauber, seine Geräuschunterdrückung ist in der Tat sehr gut und auch in puncto Optik und Verarbeitung gibt es wenig zu bemängeln. Ein paar Dinge stören den sonst recht guten Gesamteindruck aber doch: Bei einem Gerät dieser Preisklasse hätten ruhig NFC und ein Flugzeugadapter mitgeliefert werden dürfen. Und - das größte Manko am Q-Adapt - die Bedienung per Touch-Interface am rechten Hörer klappt nur unzuverlässig.

Dominik Erlinger
Redakteur
Dominik Erlinger
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