Mo, 11. Dezember 2017

Zu Gast beim Kanzler

08.09.2013 10:27

Arnie auf Blitzbesuch: Umwelt, Schmarrn, Schnaps

Bundeskanzler Werner Faymann hat am Samstagabend den ehemaligen Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, im Wiener Bundeskanzleramt empfangen. Der spontane Besuch kam aufgrund eines Europa-Aufenthalts des Hollywood-Stars zustande. "Ich gratuliere Werner für die großartige Arbeit", sagte Schwarzenegger vor allem mit Blick auf die Umweltpolitik.

Schwarzenegger dreht gerade "The Expendables 3" in Bulgarien. Es habe dabei "sehr viel Action" gegeben, sagte der gebürtige Steirer. "Aber ich brauche euch nichts über Action zu sagen, weil da kommt jetzt der Wahlkampf." Zu diesem wollte sich Schwarzenegger jedoch nicht näher äußern. Auf die Frage, warum er nach jahrelanger Unterstützung für ÖVP-Politiker nun die SPÖ unterstütze, sagte Schwarzenegger: "Ich denke nicht an die Politik, sondern: Wer macht den besten Job."

Umweltschutz, Schnitzel, Kaiserschmarren, Schnaps
Es freue ihn "riesig", wieder in Österreich zu sein, sagte Schwarzenegger. Faymann habe ihn eingeladen, immer dann, wenn er in der Nähe sei, Österreich zu besuchen - und das tue er gerne. Mit Faymann führte er im Anschluss an einen kurzen Pressetermin noch Gespräche über Umweltschutz. Österreich und Kalifornien müssten in diesem Bereich führend sein. Gleichzeitig betonte der Hollywood-Star, es werde auch Zeit für ein "saftiges Wiener Schnitzel", Wein, Kaiserschmarren und Schnaps sein.

Erfreut zeigte sich auch der Bundeskanzler: "Ich freue mich, dass Arnold Schwarzenegger wieder einmal zu Gast in Österreich ist", so Faymann. Der Kanzler dankte seinem Gegenüber, dass er "überall in der Welt so ein toller Botschafter für Österreich ist".

Schon mehrfach Treffen Faymann - Schwarzenegger
Das Treffen war nicht das erste zwischen Faymann und Schwarzenegger - obwohl Schwarzenegger nicht gerade den Ruf eines politisch Linken hat. Bereits im Juni 2011 stattete der Ex-Gouverneur dem SPÖ-Chef einen Besuch ab. Damals nahm Schwarzenegger an einer UNO-Energiekonferenz in Wien teil. Im September des selben Jahres erfolgte dann der Retour-Besuch: Schwarzenegger führte den Kanzler durch die kalifornische Elite-Hochschule Caltech. Ein weiteres Zusammentreffen erfolgte im Oktober 2011, als Faymann der Eröffnung des Schwarzenegger-Museums in Thal bei Graz beiwohnte, inklusive Mittagessen im Grazer Schlossbergrestaurant.

Auch im Juli des Vorjahres beehrte die "steirische Eiche" den Bundeskanzler. Bei einem Kaffee im Kanzleramt war damals auch Schwarzeneggers Sohn Patrick mit dabei. Im heurigen Jänner besuchte Schwarzenegger Faymann aus Anlass der in Wien abgehaltenen Konferenz der Umweltinitiative R20, die Schwarzenegger 2010 ins Leben gerufen hatte. Im Gedächtnis blieb er damals mit seinem Ausspruch, Faymann sei in Sachen Klimaschutz ein "Real Action Hero".

Schwarzenegger und die SPÖ: Kalt-warm
Weniger innig war Schwarzeneggers Verhältnis zur SPÖ noch vor gut zehn Jahren: Bei der Nationalratswahl 2002 warb er im Personenkomitee für ÖVP-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Und 2004 sorgte der Filmstar mit seiner Aussage, er habe in den 1960er-Jahren ein "sozialistisches Land" verlassen, für einen Proteststurm in Österreich. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos warf ihm daraufhin "Österreich-Diffamierung" vor.

Danach versuchte Schwarzenegger, seine Aussagen zurechtzurücken. Er habe mit "sozialistisch" keine Partei und auch keine politische Ideologie gemeint, sondern "jenes System, mit dem Österreich stets regiert wurde". Ihm habe der freie Markt und die Möglichkeit, sich als eigenständige Persönlichkeit zu entfalten, gefehlt. Deshalb sei er in die USA gegangen.

Stärker getrübt war das Verhältnis zur alten Heimat dann im Jahr 2005: Damals hatte Schwarzenegger als kalifornischer Gouverneur ein Gnadengesuch eines zum Tod verurteilten Mörders abgelehnt. Die folgende Diskussion um eine Umbenennung des Grazer Arnold-Schwarzenegger-Stadions gipfelte darin, dass der Filmstar der Stadt das Recht entzog, das Stadion nach ihm zu benennen. Außerdem schickte er den Ehrenring der Stadt zurück.

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