05.12.2017 15:06 |

Theater um Gestecke

Türkränze verboten, aber Leihräder toleriert

Aus Sicherheitsgründen sollen in Wien die Adventkränze von den Türen im Gemeindebau verbannt werden. Doch ein Lokalaugenschein im Karl-Marx-Hof zeigt, dass noch viele andere "Gefahrenquellen" in der Anlage zu finden sind: Billig-Leihräder, Einkaufswagerln, Papier im Stiegenhaus etc.

Die Türkränze stehen, wie berichtet, bei Wiener Wohnen auf der Abschussliste. Begründung: Auf Fluchtwegen dürfen laut Brandschutzgesetz keine "brennbaren Materialien" sein. Ein Besuch im Karl-Marx-Hof zeigt, dass es aber noch einiges mehr zu tun gibt: So liegt etwa eine Papierschachtel beim Briefkasten, wo ungeliebte Post von den Mietern eingeworfen wird. Potenzieller Brandherd und Hindernis zugleich. Genauso wie ein Polster vor einer Eingangstür. Brennbar sind auch die Infos, die sich auf den Aushangtafeln befinden.

Weitere Hindernisse auf dem Fluchtweg: die Billig-Leihräder aus China, die - wie überall sonst in Wien - auch hier zumeist irgendwo abgestellt werden. Ebenso zahlreiche Einkaufswagerln, die offenbar manchem Bewohner als Hilfe für diverse Transporte dienen. Mitunter stehen sie aber im Stiegenhaus oder davor im Weg - es können sich gefährliche Situationen ergeben. Fazit: Für Wiener Wohnen gibt es genug zu tun, wenn man den Brandschutz ernst nimmt - die Kränze sind eher harmlos.

Philipp Wagner, Kronen Zeitung

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