Sa, 23. Juni 2018

Gesundheitsflip

22.07.2017 06:00

Hilfsmittel bei Scheidenpilz

Drei Viertel aller Frauen in Österreich sind davon betroffen! Die Wiener Pilzspezialistin Dr. Claudia Heller-Vitouch spricht im aktuellen Gesundheitsflip über Ursachen, Behandlung und Vorbeugung dieser zwar harmlosen aber lästigen Erkrankung.

Nicht weniger als 75 Prozent aller Frauen bekommen mindestens einmal im Leben einen Scheidenpilz (medizinisch: Vaginalmykose). Bei vielen von ihnen tritt das Malheur öfter auf und wird zu einem lästigen Problem. Schuld an wiederkehrendem Pilzbefall in der weiblichen Genitalregion ist eine örtlich begrenzte Abwehrschwäche in der Schleimhaut. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Zum Beispiel häufige Einnahme von Antibiotika, übertriebene Intimhygiene, Zuckerkrankheit oder hormonelle Faktoren. So ist bekannt, dass Frauen in Abhängigkeit vom Menstruationszyklus oder in der Schwangerschaft stärker betroffen sind.

Zu Beginn der Behandlung ist es wie stets wichtig, eine genaue Diagnose zu stellen. Nicht alles, was im Vaginalbereich juckt, ist ein Pilz! Also werden Abstriche des Vaginalsekretes fachärztlich unter dem Mikroskop auf Pilzelemente untersucht. Weiters wird eine Kultur angelegt: Das Sekret wird gezielt erwärmt und dann schaut man, was wächst Für die Therapie stehen mittlerweile zahlreiche Medikamente zur Verfügung. Wenn das Leiden immer wieder auftritt, ist es günstiger, den Pilz von innen, also mit Kapseln zum Schlucken, zu bekämpfen. Die ständige Anwendung von Cremen und Zäpfchen kann nämlich den empfindlichen Genitalbereich zusätzlich reizen.Bei wirklich häufigen Rückfällen (alle paar Wochen) kann auch eine länger dauernde Therapie mit Tabletten über einige Monate erforderlich sein. Erst dann ist mit einer deutlichen Besserung der Symptome zu rechnen.

Im Zusammenhang mit sinnvollen Gegenmaßnahmen halten sich einige Mythen: So gibt es keine seriösen wissenschaftlichen Studien, die eine Verbindung zwischen Ernährung und Scheidenpilz herstellen. Auch die automatische Partnerbehandlung hat sich als nicht sinnvoll erwiesen - es sei denn, der Partner hat selbst Symptome. Viel wichtiger sind folgende Vorbeugungstipps: Wer zu häufigem Pilzbefall der Scheidenschleimhaut neigt, sollte die Intimhygiene auf höchstens einmal täglich mit lauwarmem Wasser ohne Duschgel beschränken. Empfehlenswert ist weiters das Tragen von Baumwollunterwäsche, die man mit 60 Grad C waschen kann. Trotzdem lässt sich ein Pilz nicht immer verhindern. Im Falle des Falles lindert nur rasche Behandlung den Leidensdruck! Gute Nachricht: Eine Pilzinfektion ist zwar unangenehm und lästig, aber zum Glück nicht gefährlich.

Dr. med. Wolfgang Exel, Kronen Zeitung

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