Mi, 12. Dezember 2018

Wollte Straße räumen

20.05.2017 16:02

Heftige Sturmböen im Osten Österreichs - ein Toter

Heftige Sturmböen sind am Freitagabend besonders über den Osten Österreichs hereingebrochen. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt und stürzten auf die Straßen, im niederösterreichischen Bezirk Amstetten war deshalb sogar ein Toter zu beklagen. Zu über 200 Einsätzen mussten die Helfer allein in Oberösterreich ausrücken, in Wien rund 90 Mal. Im Laufe des Samstag sollen die Sturmböen allerdings langsam nachlassen.

Es war ein besonders tragischer Unfall, der sich am Freitagabend im Bezirk Amstetten abgespielt hatte. Sturmböen hatten einen Baum entwurzelt, der daraufhin auf die Landstraße zwischen Stephanshart und Zeillern stürzte. Ein 80-jähriger Autofahrer musste aufgrund der Blockade mit seinem Pkw auf der Fahrbahn stehen bleiben und stieg aus dem Wagen, um den Stamm zu beseitigen.

Ein 21-Jähriger, der in diesem Moment aus der entgegengesetzten Richtung kam, erfasste den Pensionisten mit voller Wucht und schleifte ihn noch mehrere Meter mit. Für den 80-Jährigen kam jede Hilfe zu spät, er erlag noch vor Ort seinen schweren Verletzungen.

Motorjacht machte sich selbstständig
Im Bezirk Tulln wurde eine neun Tonnen schwere Motorjacht auf der Donau vom Sturm auf eine Sandbank abgetrieben. Zwei Stunden lang standen die Helfer im Einsatz, um das Boot wieder flott zu bekommen und ins tiefere Wasser zurückzuziehen.

Insgesamt rückten in der Nacht auf Samstag die niederösterreichischen Feuerwehren rund 50 Mal sturmbedingt aus, davon 30 Mal allein im Bezirk Amstetten. Dort habe ab 20 Uhr die Zentrale doppelt besetzt werden müssen, da "Notrufe im Sekundentakt" eingingen, teilte Philipp Gutlederer vom Bezirksfeuerwehrkommando mit. Größtenteils habe es sich nur um kleinere Einsätze wie umgestürzte Bäume gehandelt, betonte Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando.

1200 Mann in Oberösterreich im Einsatz
In Oberösterreich hingegen sorgten die heftigen Böen für mehr als 200 Einsätze. Binnen nur zweieinhalb Stunden rückten landesweit 80 Feuerwehren mit etwa 1200 Mann zu 195 Einsätzen aus. Dann sei der Sturm wieder abgeflaut und es seien nur mehr wenige Einsätze hinzugekommen, sagte ein Sprecher der Landeswarnzentrale am Samstag.

Betroffen vom Sturm war besonders der oberösterreichische Zentralraum. Geknickte Bäume und herabfallende Äste sorgten für unterbrochene Stromleitungen und Behinderungen im Straßenverkehr. In Traun und Steyr stürzten Bäume in die Oberleitung der ÖBB und begannen zu rauchen. Zum Teil wurden Dächer abgedeckt, in einem Wohnhaus in Kronstorf (Bezirk Linz-Land) brach ein Brand aus.

Maibäume geknickt
Wie die Feuerwehr meldete, wurden vom Sturm auch mehrere Maibäume geknickt.

Die Einsatzkräfte waren vor allem mit Aufräumarbeiten beschäftigt, mussten aber zugleich Baugerüste sichern, Dächer provisorisch abdichten und lose Teile an Häusern entfernen.

90 Einsätze in Wien
Doch auch in der Bundeshauptstadt hatten die Helfer der Feuerwehr aufgrund der heftigen Sturmböen keine ruhige Nacht, und mussten zu etwa 90 Einsätzen ausrücken. Zumeist galt es, lose Äste, Plakatwände, Bauzäune und Gerüste zu sichern, gelockerte Dachziegel zu fixieren und umgestürzte Bäume abzutransportieren.

Im Bezirk Floridsdorf stürzte ein Baum etwa auf zwei geparkte Autos.

"Verletzte in Zusammenhang mit dem Sturmereignis wurden uns nicht gemeldet", hieß es bei der Feuerwehr.

 krone.at
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