27.04.2017 14:15 |

Zweifel an Details

Sex im Klassenzimmer: Bursche (16) freigesprochen

Ein 16 Jahre alter Bursch ist am Donnerstag im Wiener Landesgericht für Strafsachen rechtskräftig vom Vorwurf der Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung freigesprochen worden. Der Lehrling war in der Berufsschule mit einer Mitschülerin intim geworden - während einer Unterrichtspause, im zu diesem Zeitpunkt leeren Klassenzimmer.

Das gleichaltrige Mädchen hatte den Burschen auf Betreiben ihres Freundes angezeigt. Sie behauptete, es wäre gegen ihren Willen zum Sex gekommen. Der Mitschüler habe sich ihr am 25. Oktober 2016 von hinten angenähert und sich an ihr vergangen, während sie in der Klasse Französisch lernte.

Eindeutige Nachrichten vom "Opfer"
Der von Verteidiger Christian Werner vertretene Angeklagte erklärte demgegenüber, die Schulkollegin wäre in ihn verliebt gewesen. Eines Tages sei es zu einvernehmlichem Sex gekommen. Das Mädchen wäre ihm schon seit Wochen "nachgestiegen", habe sich in der Klasse von ihm küssen lassen und ihm über WhatsApp eindeutige Nachrichten zukommen lassen, die im Rahmen des Ermittlungsverfahrens sichergestellt werden konnten. "Sex mit dir wäre ein Traum" und "Nimm ein Kondom mit", war da etwa zu lesen.

Die 16-Jährige, die vor der Verhandlung kontradiktorisch vernommen wurde, hatte dagegen versichert, sie wäre niemals weiter als bis zum Küssen gegangen: "Weil ich einen Freund habe. Wenn wir (gemeint: der Angeklagte, Anm.) in einer Beziehung wären, wäre das ganz anders."

"So kann's nicht gewesen sein"
"Ich weiß nicht, wer von beiden die Wahrheit sagt", fasste Richterin Beate Matschnig am Ende die Beweislage zusammen. Sie hatte Zweifel an Details, die das Mädchen hinsichtlich des Tatablaufs beschrieben hatte: "So kann's nicht gewesen sein." Jedenfalls fehle es am bedingten Vorsatz des Burschen, weshalb dieser freigesprochen wurde. Die Staatsanwältin war mit dieser Entscheidung einverstanden. Sichtlich erleichtert fiel der Bursch noch im Verhandlungssaal seiner im Zuschauerraum sitzenden Mutter um den Hals.

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