Ziemlich grenzenlos

Land Rover Discovery: Großes Theater für sieben

Motor
20.02.2017 14:31

Sogar bei Land Rover selbst bezeichnen sie den Discovery als SUV. Pures Understatement! Aber Geländewagen klingt nach Arbeit und Entbehrung, wie beim Defender. Dabei ist der neue "Disco" eine Macht abseits der Straße. Aber neuerdings eben auch AUF der Straße dynamisch unterwegs - und das mit allem Komfort für sieben große Erwachsene.

(Bild: kmm)

Vor allem mit der Profi-Variante der beiden angebotenen permanenten Allradantriebe samt Luftfederung dürfen sich gerne auch mächtige Sanddünen oder schroffe Felsen in den Weg stellen. Die Terrain-Response-2-Elektronik sorgt zusätzlich dafür, dass immer genau die passende Menge Kraft an die Räder gelangt. Im extremen Gelände und mit dem richtigen Fahrer gehen sich Stunts aus, für die man Tribünen aufbauen und Zuschauer einladen könnte. Bis zu 28,3 Zentimeter Bodenfreiheit gibt es auf Knopfdruck; sitzt man trotzdem auf, kommen weitere vier Zentimeter dazu. Durchs Wasser geht es bis 90 Zentimeter Tiefe.

(Bild: Land Rover)
(Bild: Land Rover)
(Bild: Land Rover)
(Bild: Land Rover)
Selbst Sanddünen sind locker zu bewältigen. (Bild: Land Rover)
Selbst Sanddünen sind locker zu bewältigen.
(Bild: Land Rover)

Schluss mit Schaukeln!
Auf der Straße gibt der Disco hingegen trotz der recht gefühllosen Lenkung den beinahe leichtfüßigen Kurvenfresser - eine echte Premiere. Zwar sprechen wir hier nicht ganz von Porsche-artiger Dynamik, aber dass er so straff und präzise liegt, war nicht zu erwarten. Später sollen auch adaptive Dämpfer angeboten werden.

Wenn man es sich aussuchen kann ... (Bild: Stephan Schätzl)
Wenn man es sich aussuchen kann ...

Woher die Dynamik? Statt eines Stahlschiffs ist der Discovery jetzt eine Aluminium-Jacht. Die Karosserie besteht zu 85 Prozent aus Leichtmetall, wovon das meiste recycelt ist. Macht einen Gewichtsvorteil von über 300 kg. In der Basisversion ist der neue insgesamt sogar um fast eine halbe Tonne leichter als der alte, weil er statt des Sechszylinders einen Vierzylinder-Dieselmotor unter der Haube hat.

Dieses Zweiliter-Triebwerk geht vor allem in der 240-PS-Version (Basis: 180 PS) standesgemäß mit den 2,1 Tonnen des Briten um, kräftig von unten heraus, außerdem leise und sparsam. Vernünftig. Aber eigentlich will man den V6-Diesel. Der ist zwar mit 258 PS nominell nicht viel stärker, passt aber mit seiner souveränen Art (600 Nm ab 1750/min.) und seinem mächtigen Sound am besten zum eleganten Auftritt, der innen wie außen durchaus an den Range Rover erinnert. Der V6-Benziner hingegen wirkt immer ein wenig atemlos.

Geschaltet wird serienmäßig per Achtgang-Automatik von ZF. Die arbeitet auch hier wie gewohnt tadellos. Warum sie nur acht und nicht neun Fahrstufen hat, wie das bei anderen Fahrzeugen von Jaguar Land Rover der Fall ist? Ganz einfach: Die Neungang-Automatik ist nur mit quer eingebauten Motoren verwendbar, in der großen Aluminium-Architektur, auf der neben dem Discovery auch Range Rover, Range Rover Sport und der künftige Defender aufbauen, ist der Motor längs eingebaut.

Sieben auf einen Streich
Der 4,97-Meter-Landy löst ein, was viele Hersteller versprechen: In ihm können tatsächlich sieben große Erwachsene bequem reisen. Wie im Theater ist jede Sitzreihe etwas höher als die davor, die Sitzanordnung und -gestaltung soll sogar die Reiseübelkeit von Kindern verhindern.

Sieben Erwachsene reisen komfortabel. (Bild: Land Rover)
Sieben Erwachsene reisen komfortabel.
Auf der ebenen Ladefläche ist Platz für 2500 Liter Gepäck. (Bild: Land Rover)
Auf der ebenen Ladefläche ist Platz für 2500 Liter Gepäck.
(Bild: Land Rover)
(Bild: Land Rover)
Die Heckklappe ist nicht mehr zweigeteilt - dafür gibt es jetzt innen eine zusätzliche Klappe. (Bild: Land Rover)
Die Heckklappe ist nicht mehr zweigeteilt - dafür gibt es jetzt innen eine zusätzliche Klappe.
(Bild: Land Rover)
(Bild: Land Rover)

Auf Wunsch legen sich die Sitze elektrisch flach (2500 Liter Ladevolumen) und stellen sich auch wieder auf, die Sitzbank in Reihe zwei ist manuell um 16 Zentimeter verschiebbar. Gesteuert wird das Sitzballett entweder per Knopferl-Klaviatur im Kofferraum, über das Display im Cockpit - oder per Smartphone-App zum Beispiel von der Supermarktkassa aus. Damit dabei nicht der "Nussknacker" aufgeführt wird, verhindern Sensoren, dass der im Auto wartende Nachwuchs eingeklemmt wird.

Repräsentatives Familienauto, Lifestyle-Freizeitmobil und Hardcore-Offroader in einem - Mitte April kommt der neue Land Rover Discovery ab 56.950 Euro auf den Markt. Aber Achtung: Auch die Preisliste ist grenzenlos…

Warum?

  • Kann im Gelände alles
  • Hat sich das Schaukeln auf der Straße abgewöhnt

Warum nicht?

  • Trotz Luftfahrwerk keine adaptive Dämpfung

Oder vielleicht …

… Mercedes-Benz GLE, BMW X5, Audi Q7 - aber die hängt er offroad ab. Und komfortabel Platz für sieben haben sie auch nicht.

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