Mi, 20. März 2019
14.03.2015 10:21

Prozess im April

Postler bangt nach Messerattacke um Schmerzensgeld

Die Stichwunden sind schon verheilt, das Trauma nach dem lebensbedrohlichen Angriff mit einem Messer hat der Oberösterreicher Reinhold Altmüller (43) aber noch nicht ganz ausgestanden. Vier Monate nach der Attacke einer ebenfalls 43-jährigen Kundin am Rayon in Eidenberg ist der Postler noch im Krankenstand. Er muss ums Schmerzensgeld fürchten.

"Die Stichwunden sind schon gut verheilt, da spüre ich nichts mehr. Aber ich bin noch bei einer Traumaspezialistin in Behandlung, das Ganze ist psychisch sehr belastend", erzählt der 43-Jährige im Gespräch mit der "Krone". Die Angreiferin hat sich mittlerweile bei ihrem Opfer entschuldigt: "Ihr Mann hat mich angerufen, sich entschuldigt, und sie hat fragen lassen, wie es mir geht. Auf Anraten meines Anwalts gab es aber kein persönliches Treffen. Das wird erst im Gerichtssaal passieren."

Einweisung in Anstalt wird beantragt
Am 20. April, exakt fünf Monate nach dem Angriff, wird die 43-jährige Mühlviertlerin in Linz vor dem Richter stehen. "Es wird seitens der Staatsanwaltschaft die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragt", sagt Philip Christl, Sprecher der Linzer Ankläger. Laut einem psychiatrischen Gutachten war die Mühlviertlerin nicht zurechnungsfähig, als sie zum Auto des Postlers ging, ein Messer hinterm Rücken hervorholte, ihm durchs geöffnete Fenster in Hals und Rücken stach.

Die psychisch Kranke hatte wegen einer Operation Medikamente abgesetzt, das könnte den psychotischen Schub ausgelöst haben. "Sie hat noch 'Hallo Postler' gesagt", erinnert sich Altmüller. Da sie nicht zurechnungsfähig war, wird sie kein Schmerzensgeld zahlen müssen. Die Geschworenen entscheiden, ob die 43-Jährige in die Anstalt kommt oder frei geht. Möglich ist auch, dass sie auf Bewährung frei kommt, erst bei Verfehlungen eingewiesen wird.

"Ich freue mich wieder auf die Arbeit"
Im Mai wird Altmüller wieder Briefe zustellen. Auch dort, wo er in Eidenberg angegriffen worden war. "Ich bin ziemlich sicher, dass ich die Angreiferin dort nicht mehr sehe. Aber ich freue mich wieder auf die Arbeit", so der Postler.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
EM-Quali-Auftakt
Fodas Plan: So will der Teamchef die Polen knacken
Fußball International
Marketing-Offensive
Laudamotion heißt nur noch „Lauda“
Österreich
„Grindpatzen“, „Nazi“
Hofer macht Ernst gegen Hassposter: Erste Urteile
Österreich
„Operation Aderlass“
Doping: 21 Athleten aus acht Nationen betroffen
Wintersport
Plan von Ratcliffe
Milliardär vor Mega-Deal: 2,9 Mrd. für FC Chelsea?
Fußball International
Tempo oft unterschätzt
43 Prozent der getöteten Radler fuhren E-Bikes
Österreich
Islamisten, Neonazis
Katia Wagner: Terror - was dürfen die Medien?
Video Show Brennpunkt
Herzogin Meghan:
Um Beileid auszudrücken, Mutterschutz unterbrochen
Video Stars & Society

Newsletter