Die Autos sind abtransportiert, nun müssen die beschädigten Güterzüge weg: Nach der Kollision mit anschließendem Brand im Verschiebebahnhof Kledering (Niederösterreich) laufen die Aufräumarbeiten. Neben dem Schaden an den Gleisen wird auch geprüft, ob das Erdreich verunreinigt wurde. Die Unfallursache ist noch offen.
Die Flammen sind gelöscht, das Ausmaß der Schäden zeigt sich aber erst nach und nach: Nach dem Güterzugunfall im Zentralverschiebebahnhof Kledering bei Schwechat stehen am Mittwoch die Bergung und die Schadensaufnahme im Mittelpunkt. Auch eine mögliche Verunreinigung des Bodens beschäftigt die Verantwortlichen.
Die geladenen Autos wurden bereits in der Nacht abtransportiert. Am Mittwoch sollen die Güterzüge folgen. Erst danach lasse sich beurteilen, wie stark die Eisenbahninfrastruktur beschädigt ist und welche Reparaturen notwendig sind, erklärte ÖBB-Sprecher Daniel Pinka.
Zahlreiche Autos verbrannt
Der Güterzug kam aus dem ungarischen Debrecen, wo BMW im Vorjahr sein neues Werk eröffnete. Rund 40 Autos hatte er geladen, etwa zehn davon wurden ein Raub der Flammen. Unter den transportierten Fahrzeugen waren auch Elektro- und Hybridautos.
Bei beschädigten oder brennenden Batterien kann Fluorwasserstoff entstehen, der in Verbindung mit Wasser Flusssäure bildet. Ob Schadstoffe ins Erdreich gelangt sind, wird noch geprüft. Der zentrale Einsatzstab befasst sich derzeit mit dem weiteren Vorgehen.
Drei Güterwagen entgleisten
Zu der Kollision war es am Dienstag gegen 17.25 Uhr gekommen. Bei einer sogenannten Flankenfahrt stießen zwei Güterzüge seitlich zusammen. Drei mit Autos beladene Güterwagen entgleisten und kippten teilweise um. Anschließend brach ein heftiger Brand aus.
Mehr als 100 Feuerwehrleute standen bei den Löscharbeiten im Einsatz. Wegen der schwierigen Wasserversorgung wurde ein Pendelverkehr mit Löschfahrzeugen eingerichtet. Auch ein Flughafenlöschfahrzeug vom Typ „Panther“ wurde angefordert.
Ein Lokführer konnte sich selbst befreien, ein weiterer musste aus seiner eingeklemmten Lage gerettet werden. Verletzt wurde niemand.
Güterzüge werden umgeleitet
Der Betrieb des Verschiebebahnhofs bleibt vorerst teilweise eingeschränkt. Betroffene Güterzüge und Verschubfahrten werden über andere Strecken umgeleitet. Der Personenverkehr ist laut ÖBB weiterhin nicht unmittelbar betroffen.
Ein möglicher Auslöser ist ein missachtetes Haltesignal. Die genaue Unfallursache wird noch ermittelt. Auch die Höhe des Schadens steht noch nicht fest.
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