In der Verteidigung gegen Russland ist die Ukraine auf die militärische Version des Satellitennetzwerks Starlink von SpaceX angewiesen. Vergangene Woche wurde es ohne Vorwarnung gedrosselt. Dahinter steckte offenbar SpaceX-Chef Elon Musk selbst, wie jetzt ein Bericht enthüllt.
Die Drosselung der Militärvariante namens Starshield hatte gravierende Folgen für ukrainische Drohnen: Sobald sie schneller als 160 km/h waren, verloren sie Verbindung und waren im Blindflug unterwegs.
Musk besprach die Entscheidung zur Drohnen-Bremse zuvor mit US-Präsident Donald Trump, berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Regierungskreise und Insider. Stellungnahmen des Tesla-Chefs, von SpaceX und dem US-Präsidialamt liegen zunächst nicht vor.
Trump schiebt Verantwortung weg
Vergangene Woche hatte Musk betont, die Entscheidung über die Nutzung von Starshield obliege letztlich dem Präsidenten. Der schob auch die Verantwortung von sich weg. Am Freitag sagte Trump, er halte weder sich noch Musk für den Ausfall des Starlink-Zugangs verantwortlich. Wegen des Vorfalls wächst in Washington der Druck auf den Präsidenten. Mehrere US-Senatoren, darunter auch Republikaner, verlangen eine Untersuchung.
Sowohl der US-Präsident als auch der Tech-Billionär haben in den vergangenen Tagen ihre Feindseligkeit gegenüber dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zum Ausdruck gebracht. Sie machten ihn für die hohen Dieselpreise in den USA verantwortlich und forderten ihn wiederholt zum Rücktritt auf.
Diplomatie soll Beziehung kitten
Das zerrüttete Verhältnis zwischen Washington und Kiew soll durch neue diplomatische Bemühungen gekittet werden. Am Dienstag traf sich Selenskyj mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in Oslo. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner war per Video zugeschaltet.
Dabei wurde laut einem US-Regierungsvertreter über diplomatische Auswege aus dem Ukraine-Krieg und die Unterstützung der USA beraten. Der Insider sprach anschließend von „sehr produktiven und konstruktiven Diskussionen“. „Die Ukraine brachte neue Ideen und Vorschläge ein, die ausführlich diskutiert wurden“, fügte er hinzu. Es seien „bedeutende Fortschritte“ erzielt worden.
Witkoff trifft am Mittwoch Putin
Witkoff reist nun nach Russland weiter, um Kremlchef Wladimir Putin zu treffen. In St. Petersburg soll er auf dem Gespräch mit Selenskyj aufbauen und einen Weg für direkte Dreiergespräche zwischen Kiew, Moskau und Washington ebnen.
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