Für Gemeindechefs

Bisher unmöglich: Kärnten schafft nun „Babykarenz“

Kärnten
22.10.2026 09:00

Im Kärntner Landtag wird heute ein Gesetz beschlossen, das Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern die „Babykarenz“ möglich macht. Das könnte auch den Weg für viele Frauen in die Gemeindepolitik ebnen.

Wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht, steht meist das Betreuungsangebot im Vordergrund – über eine gesetzliche Karenzregelung mit geregelten Bezügen muss sich eigentlich niemand mehr Gedanken machen. Außer, wenn man Bürgermeisterin oder Bürgermeister in Österreich ist. In Kärnten wird jetzt diese erschreckende Gesetzeslücke geschlossen – nur in Salzburg und Niederösterreich gibt es ebenfalls entsprechende Regeln.

„Wer Bürgermeisterin oder Bürgermeister wird, übernimmt Verantwortung für viele Menschen. Wer Mutter oder Vater wird, übernimmt Verantwortung für den eigenen Nachwuchs“, betont Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger. „Das darf sich nicht ausschließen.“ Sie kennt die Problematik zu gut, war sie doch selbst zehn Jahre lang Bürgermeisterin von Lendorf.

Zitat Icon

Niemand soll sich zwischen der eigenen Familie und dem Engagement für seine Gemeinde entscheiden müssen.

Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger

Mit dem heutigen Beschluss im Landtag steht Kärntens Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie Stadtsenatsmitgliedern von Klagenfurt und Villach bis zu ein Jahr Karenzurlaub mit weiterlaufenden Bezügen in der Höhe von 50 Prozent. „Wer in Kärnten Bürgermeisterin oder Bürgermeister ist, stand bisher vor einer schwierigen Entscheidung: Wie lässt sich die Verantwortung für eine ganze Gemeinde mit der Verantwortung für ein neugeborenes Kind vereinbaren?“, betont SPÖ-Klubobmann-Stellvertreterin Manuela Lobnik.

Wichtiger Schritt für mehr Frauen in der Politik
Sie betont die Bedeutung der gewonnenen Zeit: „Ein Kind zu bekommen, gehört wohl zu den schönsten, aber auch herausforderndsten Erfahrungen im Leben. In dieser Zeit voller Veränderungen braucht man vor allem eines: Zeit füreinander.“ So könnten vielleicht auch mehr Frauen den Weg in die Gemeindepolitik finden – derzeit steht in nicht einmal einem Zehntel der Kommunen eine Frau an der Spitze.

Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger mit den zehn Kärntner Bürgermeisterinnen.
Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger mit den zehn Kärntner Bürgermeisterinnen.(Bild: Land Kärnten)

Für einen Wandel ist ein anderes Umfeld notwendig. „Wir wollen mehr Frauen in der Politik. Dann müssen wir aber auch die Rahmenbedingungen schaffen, damit sich Familienleben und politisches Engagement besser miteinander vereinbaren lassen“, stellt auch die SP-Landtagsabgeordnete Nicole Schojer klar. „Zeit mit den eigenen Kindern verbringen zu wollen, ist zwar keine Frage des Geschlechts, trotzdem tragen Frauen klar die Hauptlast in der familiären Kinderbetreuung. Vor allem für sie ist das ein wichtiger Schritt.“

„Die Stimme Kärntens“
„Ist Ihre Gemeinde bereit für eine Frau an der Spitze?“. So lautet eine der Fragen bei „Die Stimme Kärntens“. Mit der neuen Karenzregelung könnten schließlich mehr Frauen den Schritt in die Gemeindepolitik wagen. Nehmen Sie an der Umfrage teil, und geben Sie Ihrer Region eine Stimme. Alles, was Sie brauchen, ist ein aktives Profil auf krone.at. 

So verhindern wir gezielte Beeinflussung – zum Beispiel, dass einzelne Personen ihre Stimme beliebig oft abgeben oder „Die Stimme Kärntens“ durch automatisierte Mehrfachteilnahmen verzerrt wird. Und: Jedes Profil kann nur einmal mitmachen. Die Anonymität bleibt gewahrt!

Sollten Sie Fragen zur Anmeldung oder zur Befragung bei www.krone.at haben, dann können Sie uns unter kaerntner@kronenzeitung.at oder 057060/52040 kontaktieren.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung