Chaos in Mode-Mekka

Minderjährige Mobs überziehen Mailand mit Gewalt

Ausland
19.10.2026 08:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

In vielen europäischen Städten spielen sich aktuell wahre Schreckensszenen ab. Gewaltbereite Mobs ziehen durch die Straßen und sorgen für Zerstörung. Jetzt hat es auch die italienische Mode-Metropole Mailand erwischt ...

Bei gewaltsamen Ausschreitungen am Rande von Protesten gegen steigende Lebenshaltungskosten, hohe Benzinpreise und die Steuerbelastung sind in Mailand am Wochenende mindestens 24 Menschen verletzt worden.

Vier Polizisten und 20 Demonstranten mussten nach Ausschreitungen am Samstag medizinisch behandelt werden. Mehr als 360 Jugendliche wurden über das gesamte Wochenende festgenommen, der Großteil ist offiziellen Angaben zufolge minderjährig. Zu weiteren Ausschreitungen kam es auch in Turin, Bologna und Bergamo.

Das gleiche Bild wie in Frankreich
Hunderte überwiegend schwarz gekleidete, migrantische Jugendliche lieferten sich in Mailand Auseinandersetzungen mit der Polizei und drängten die Einsatzkräfte unter anderem mit Böllern, Flaschen und Absperrgittern zurück. Schließlich besetzten sie den Domplatz. Die Polizei zog Verstärkung heran und riegelte den Platz mit zahlreichen Einsatzfahrzeugen ab.

Am Samstagabend wurde eine Polizeistreife von einer Gruppe umringt. Die Beteiligten wurden nach Polizeiangaben festgenommen. Nach den stundenlangen Auseinandersetzungen blieben zerstörte Schaufenster, umgestürzte Café-Tische und Brandschäden auf dem Domplatz zurück.

Die gewalttätigen Gruppen machten am Sonntag weiter, wo sie am Samstag aufhörten. Sie zerstörten Schaufenster, plünderten unter anderem Sport- und Mobilfunkgeschäfte, sowie einen Supermarkt. Zudem wurden Mülleimer, Fahrräder, E-Scooter und Außeneinrichtungen von Lokalen umgestürzt oder beschädigt. 

Zusammenstöße nahe des Bahnhofes von Bologna
Auch in Turin, Bologna und Bergamo kam es am Wochenende zu Ausschreitungen. In Turin geriet ein zunächst als unpolitisch angekündigter Protestzug unter den Einfluss militanter Gruppen und propalästinensischer Aktivisten. Versuche der Veranstalter, die Teilnehmer zum Ablegen ihrer Fahnen und zum Verzicht auf Vermummung zu bewegen, blieben demnach erfolglos.

In Bologna konzentrierten sich die Zusammenstöße auf den Bereich des Bahnhofs. Dort löste sich eine Gruppe vermummter Jugendlicher vom Demonstrationszug und warf Rauchkörper, Glasflaschen, Absperrgitter und Steine auf die Polizei. Die Einsatzkräfte setzten Wasserwerfer und Tränengas ein, um die Gruppe auseinanderzutreiben.

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Gewalt. Demonstrationen seien ein Recht, sagte sie, die Städte zu verwüsten hingegen nicht. Zugleich forderte sie die Opposition auf, sich eindeutig von den Ausschreitungen zu distanzieren. Jede Zurückhaltung werde sonst zur Rechtfertigung der Gewalt. Auch die stellvertretenden Ministerpräsidenten Antonio Tajani und Matteo Salvini äußerten scharfe Kritik. Tajani warf Teilen der politischen Linken vor, die Lage anzuheizen.

Krisensitzung am Montag
Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala betonte, die Gründe für die Proteste seien nachvollziehbar gewesen. Gewalt gegen Einsatzkräfte und schwere Schäden an der Stadt seien jedoch nicht zu rechtfertigen. Die Politik könne die Situation für den eigenen Wahlkampf instrumentalisieren oder besonnen auf die schwierige Lage reagieren. Er hoffe auf Letzteres.

Bei den Protesten am Wochenende waren zudem immer wieder Palästina-Flaggen zu sehen.
Bei den Protesten am Wochenende waren zudem immer wieder Palästina-Flaggen zu sehen.(Bild: EPA/TINO ROMANO)

Meloni berief für Montag eine Sitzung zur Lage der öffentlichen Sicherheit ein. Innenminister Matteo Piantedosi kündigte an, die Verantwortlichen würden nicht straflos bleiben. Das Gesetz werde auch bei Minderjährigen angewendet. Vizepremier und Verkehrsminister Matteo Salvini sprach sich ebenfalls für ein härteres Vorgehen aus. Er forderte mehr Handlungsspielraum für die Polizei unter Einhaltung der geltenden Regeln.

Zudem plädierte er für den Einsatz von Wasserwerfern und Tasern. Salvini forderte außerdem, die finanziellen Folgen der Ausschreitungen mehr auf die Verantwortlichen abzuwälzen. Wer Schäden verursache, müsse dafür bezahlen. Veranstalter von Demonstrationen mit erhöhtem Gewaltrisiko sollten nach einem Vorschlag seiner Lega-Partei eine Kaution hinterlegen, damit mögliche Schäden an öffentlichem und privatem Eigentum gedeckt werden könnten.

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