Emma Berghold steht mit ihren 23 Jahren als erfolgreiche Tänzerin bereits auf den großen Bühnen und will nun auch weltweit so richtig durchstarten. Doch einen Plan B gibt es für sie nicht
Bereits mit sieben Jahren tanzte sie zu Katy Perry, Lady Gaga und Rihanna in ihrem Kinderzimmer – heute steht Emma Berghold auf den großen Bühnen oder trainiert in Los Angeles (USA) mit Choreografen internationaler Superstars. Beim Eurovision Song Contest tanzte sie mit JJ, auch mit Parov Stelar stand sie bereits auf der Bühne. Doch das soll erst der Anfang gewesen sein: Die 23-jährige Wienerin will jetzt über den großen Teich und dort so richtig durchstarten.
„Krone“: Frau Berghold, wann war für Sie klar, dass Sie Tänzerin werden möchten?
Emma Berghold: Ich habe mit sieben Jahren angefangen zu tanzen. Davor hatte ich eigentlich gar nichts damit am Hut. In meiner Familie ist Kreativität nicht unbedingt das große Thema. Aber ich war damals total fasziniert von Popmusik, von Katy Perry, Lady Gaga und Rihanna. Ich habe mir jeden Abend ihre Musikvideos angeschaut. Die Videos waren voller Tänzer und großer Inszenierungen. Da dachte ich mir: Genau das will ich machen!
Wie ging es dann weiter?
Ich bin mit meiner Mama von Studio zu Studio gezogen, weil ich genau das machen wollte, was ich in den Musikvideos gesehen habe. Seitdem tanze ich und habe auch schon an vielen Wettbewerben teilgenommen.
Und wann wurde aus dem Hobby ein Berufswunsch?
Als ich ins Teenageralter gekommen bin, wollte ich mehr. Ich habe recherchiert, wo es Jobs gibt. Ich habe Studios gewechselt, in größeren Gruppen trainiert und dadurch viele Leute kennengelernt. So bin ich Schritt für Schritt in die Szene hineingerutscht.
Sie haben Wien dann irgendwann verlassen. Warum?
Mir war schnell klar, in welche Richtung ich gehen möchte. In Wien gibt es viel Theater und Musical, aber das war nie wirklich mein Ding. Ich wollte mit Künstlern auf der Bühne stehen, in Musikvideos tanzen und große Shows machen. Dafür musste ich raus. Wien war mir dafür schnell viel zu klein.
Ihr Weg führte Sie unter anderem nach Kopenhagen. Was haben Sie dort gemacht?
Vor drei Jahren, mit 20, habe ich dort eine einjährige Tanzausbildung gemacht. Das war ein internationales Programm, bei dem Choreografen aus den USA und der ganzen Welt unterrichtet haben. Wir haben fünf Tage die Woche trainiert, fast wie in einer Schule. Das war für mich ein großer Schritt. Danach war mir klar, dass ich diesen Weg wirklich beruflich gehen möchte.
ie haben aber auch schon in Los Angeles getanzt. Wie kam es denn dazu?
In L.A. war ich mitten in der internationalen Tanzszene. Ich habe auch dort fast jeden Tag und sogenannte „Classes“ und Workshops besucht. Da stehst du plötzlich mit Choreografen im Studio, die mit Justin Timberlake gearbeitet haben. Das ist unglaublich spannend, weil du den Menschen, die hinter diesen großen Produktionen stehen, direkt begegnest.
Ein bisheriger Höhepunkt war Ihr Auftritt mit JJ beim Eurovision Song Contest-Finale im Mai 2026 in Wien. Wie sind Sie zu diesem Job gekommen?
Ich habe den Castingaufruf dafür gesehen und mich sofort beworben. Insgesamt gab es ungefähr 1000 Bewerber, gesucht wurden aber nur rund 30 Tänzer. Es war also eine riesige Konkurrenz. Zunächst gab es sogar eine Absage, aber am Schluss war ich dann doch dabei (lacht).
Wie war es, mit JJ auf der Bühne zu stehen?
Es war richtig cool! Das war ein besonderes Erlebnis und wir reden bis heute darüber. Auch mit Parov Stelar auf der Bühne zu stehen, war toll. Solche Jobs zeigen mir, dass sich die ganze Arbeit auszahlt.
Was ist jetzt Ihr nächstes großes Ziel?
Ich möchte in eine Agentur aufgenommen werden. Das ist extrem wichtig, weil man ohne Agentur kaum Zugang zu vielen großen Castings und Auditions bekommt.
Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Ich möchte bei einer Agentur sein, regelmäßig zu Castings gehen und große Jobs machen. Mein größter Traum ist es, mit einem Künstler oder einer Künstlerin auf Tour zu gehen. Gleichzeitig möchte ich weiter unterrichten und eigene Choreografien entwickeln.
Als Tänzerin Fuß zu fassen, ist bestimmt kein leichter Weg. Haben Sie keine Angst vor dem Risiko?
Mein größter Traum ist es, eines Tages tatsächlich mit einem internationalen Superstar auf Tour zu gehen. Genau darauf arbeite ich hin. Ich möchte irgendwann zurückblicken und sagen können, dass ich mich getraut habe, meinen Weg zu gehen. Natürlich ist es schwierig. Es gibt wahnsinnig viel Konkurrenz, und als Tänzerin wirklich davon leben zu können, ist nicht einfach. Gerade deshalb muss man an sich selbst und an seinen Weg glauben. Ich weiß, dass ich das machen will, und ich arbeite hart dafür.
Und wenn es mit der großen Karriere doch nicht klappt? Haben Sie einen Plan B?
Nein! Ich glaube, wenn ich einen Plan B hätte, wäre Plan A nicht meine Priorität. Gerade in kreativen Berufen musst du voll dahinterstehen. Ich habe so ein Vertrauen in mich selbst. Ich weiß, was ich machen möchte, und ich weiß, dass ich dafür arbeite.
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