Nach Angriff der AK

Korruption? Ärzte fordern eine „Entschuldigung“

Österreich
16.10.2026 14:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine IHS-Studie soll zeigen: Wer mehr Geld zahlt, wird in Österreich früher operiert. Die Arbeiterkammer spricht von „Korruption“, die „Krone“ berichtete. Jetzt meldete sich die Ärztekammer zu Wort – sie weist die Vorwürfe scharf zurück. Man erwarte „eine Entschuldigung“.

„Die pauschalen Verdächtigungen der Arbeiterkammer-Bereichsleiterin Stilling sind nicht hinzunehmen“, weist Johannes Steinhart, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, schwere Korruptionsvorwürfe zurück.

Nach den Korruptionsvorwürfen seitens der AK meldete sich die Ärztekammer zu Wort.
Nach den Korruptionsvorwürfen seitens der AK meldete sich die Ärztekammer zu Wort.(Bild: Andi Schiel)

„Ärzte haben das nicht verdient“
„Unsere Ärztinnen und Ärzte halten jeden Tag das Gesundheitssystem am Laufen und geben ihr Bestes für Patientinnen und Patienten.“ Sie hätten es nicht verdient, „pauschal der Korruption verdächtigt zu werden“. Dann wurde Steinhart deutlich: „Wir erwarten für diesen Generalverdacht eine Entschuldigung.“

Johannes Steinhart, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, fordert eine Entschuldigung.
Johannes Steinhart, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, fordert eine Entschuldigung.(Bild: Oliver Topf)

Ärztekammer: Gesundheitssystem ausbauen
Zur Verkürzung der Wartezeiten forderte Steinhart einen deutlichen Ausbau des öffentlichen Gesundheitssystems. „Wenn wir den Kassenbereich durch attraktivere Arbeitsbedingungen stärken und die Ambulanzen auch durch eine bessere Patientenlenkung entlasten, verkürzen sich die Wartezeiten und das solidarisch finanzierte Gesundheitssystem wird gefestigt“, heißt es in dem Statement.

Kürzere Wartezeiten bei Zahlungen von bis zu 8600 Euro
Die Studie des Instituts für Höhere Studien hat laut AK ergeben, dass zahlreichen Patienten angeboten wurde, die Wartezeit auf Operationen zu verkürzen. Bei der Abschließung einer privaten Kranken-Zusatzversicherung, Besuch einer Privatordination oder privaten Zuzahlungen haben sich die Wartezeiten verkürzt – die in der Studie genannten Summen liegen bei bis zu 8600 Euro.

Der Ärztekammer-Präsident kritisierte zudem, dass die Methodik der Studie „kein objektives Bild“ bieten könne. In der Studie wurden 810 Personen befragt, die in den letzten drei Jahren eine Operation in einem öffentlichen Krankenhaus oder Ordensspital hatten. 13,1 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen ein Angebot unterbreitet wurde, die Wartezeit durch einen Besuch in einer Privatordination zu verkürzen.

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