Mehr Wasserresilienz

„Jeder Tropfen zählt“: Ob zu viel, oder zu wenig

Kärnten
15.10.2026 16:15

Heuer bestimmte Dürre die Diskussion, bald könnten Europas Regionen wieder mit Fluten kämpfen. Verstärkte Kooperation zwischen soll helfen. Dafür wurde eine eigene Wasserallianz gegründet.

Trockenheit, Dürre und Waldbrände: So verheerend diese Naturkatastrophen heuer in ganz Europa auch waren – sie sind doch nur ein Aspekt des Themas Wasserresilienz. Deshalb wurde heuer im März in Brüssel eine eigene Wasserallianz ins Leben gerufen – Kärnten ist Gründungsmitglied.

„Wir haben zwar 1270 Seen, davon viele mit Trinkwasserqualität, aber das Wasser ist bei uns schlecht verteilt“, beschreibt Landeshauptmann Daniel Fellner die Kärntner Ausgangslage. „Dann kommt noch der Klimawandel dazu. Dürre und Starkregen wechseln sich ab.“ Als Maßnahme verweist er auf die geplante „Wasserschiene“ – ein Projekt, das schon länger in Kärnten besprochen wird.

Zitat Icon

Es wäre besser, wenn wir Mittel nicht ins Aufräumen nach Katastrophen stecken, sondern in die Prävention.

Daniel Fellner, Kärntner Landeshauptmann

„Wir werden für 135 Millionen Euro eine über 100 Kilometer lange Wasserleitung bauen“, ist Fellner zuversichtlich. Gerade bei Dürreperioden wie heuer könnte man so aus dem wasserreichen Oberkärnten das trockenere Unterkärnten unterstützen. Wassermangel trifft auch andere große Regionen Europas.

Energieprobleme durch Wasserknappheit
„Das Wasser in der Garonne ist um 25 Prozent zurückgegangen, fast die Hälfte unserer Flüsse sind trocken“, beschreibt Guillaume Riou, Vize-Präsident der französischen Region Nouvelle-Aquitaine die prekäre Lage. „Das hat in drei Bereichen drastische Konsequenzen: Landwirtschaft, Energie und bei Wasserflaschen.“

Flaschen? Eine Abfüllfirma musste die Produktion heuer für ein halbes Jahr einstellen, weil durch die Trockenheit die Keimbelastung des Wassers durch die Landwirtschaft zu hoch war. Und die Bauern brachte die Dürre selbst an ihre Grenzen. Bei dem Thema Energie gab es ein spezielles Problem. „Unsere Atomkraftwerke brauchen Wasser zur Kühlung, da musste die Energieproduktion auch gedrosselt werden“, so Riou.

Das andere Extrem kennen wir Kärntner leider auch zu gut. „Da bekommt der Slogan ,Jeder Tropfen zählt’ eine andere Bedeutung bekommen“, so Fellner. Daher will die Wasserallianz über Grenzen hinweg Wissen austauschen, um sich besser schützen zu können. Dafür braucht es natürlich Geld. „Die EU muss mehr Förderungen fürs Vorbeugen zur Verfügung stellen“, fordert Fellner abschließend.

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