Bundesländer-Vergleich

Auf 150 Wiener kommt lediglich ein Krankenhausbett

Wien
15.10.2026 16:00

Der österreichweite Vergleich der medizinischen Versorgung durch die Statistik Austria zeigt: Wien punktet mit Expertise und Spitzenmedizin, steht aber sonst gerade deshalb nur recht durchschnittlich da.

Nirgends in Österreich ist die Dichte an Medizinern so hoch wie in Wien: 14936 Ärztinnen und Ärzte arbeiten hier. Auf 137 Wiener kommt ein Arzt. Pro Kopf gibt es damit hier um ein Viertel Ärzte mehr als im landesweiten Durchschnitt. Die Sache hat allerdings einen Haken: Gerade die Wiener Spitzenmedizin verfälscht das Bild, denn hier sind fast drei Viertel aller Ärzte Fachmediziner und nur ein Viertel Allgemeinmediziner – sonst überall rund ein Drittel.

Zahlen spiegeln Gastpatienten-Thema
Geht es um praktische Ärzte, ist Wien damit auch nur auf dem zweiten Platz, mit einigem Abstand hinter der Steiermark. Schwacher Trost: Das Angebot an Zahnärzten ist im Vergleich zu allen anderen Bundesländern äußerst üppig, ebenso die Zahl an Apotheken. Einen Hoffnungsschimmer bedeutet außerdem die Zahl von Ärztinnen und Ärzten in Ausbildung. Die liegt mit gut einem Viertel über dem Österreich-Durchschnitt landesweit an der Spitze, knapp gefolgt von Tirol. 

Bei der Zahl der Spitalsbetten – eines für 150 Wiener – ist Wien überhaupt nur Durchschnitt hinter Salzburg, Kärnten und der Steiermark. Und auch hier sagen die Zahlen nicht alles, Stichwort Gastpatienten. Die Komplexität der in Wien behandelten Krankheiten belegt Betten zudem länger als in anderen Bundesländern: Ein chirurgischer Eingriff etwa bedeutet hier im Schnitt vier Tage Spitalsaufenthalt, zum Unterschied vom landesweiten Mittel von nur 3,6 Tagen.

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