Eine Tour für geübte Wanderer führt vom Hohenemser Ortsteil Schuttannen durch Weide- und Waldgebiet sowie über einen alpinen, teils ausgesetzten Steig auf die Staufenspitze.
Oberhalb von Hohenems, wo sich bewaldete Berghänge und offene Alpflächen abwechseln, ist der Staufen ein lohnendes Ziel für alle, die gerne eine kurzweilige Tour unternehmen und dabei Ruhe und Ausblicke genießen möchten. Ausgangspunkt der Wanderung ist Schuttannen. Vom Wanderparkplatz folgt man dem Schotterweg in Richtung Staufen bis Gerstenboden (1243 Meter). Der Flurname erinnert an Zeiten, in denen hier oben Gerste angebaut wurde. Diese Getreideart stellt vergleichsweise geringe Ansprüche an Klima und Boden und diente daher zur Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung. Heute werden die Alpflächen ausschließlich als Viehweiden genutzt.
Typ: abwechslungsreiche Halbtagestour
Dauer: drei bis dreieinhalb Stunden
Anforderung: Trittsicherheit, gute Grundkondition, Schwindelfreiheit
Ausgangspunkt: Parkplatz Schuttannen (Hohenems)
Ausrüstung: Wanderschuhe mit guter Profilsohle, Tagesrucksack mit Jause und Getränk, dem Wetter angepasste Kleidung, bei Bedarf Wanderstöcke (speziell für den Abstieg)
Einkehrmöglichkeiten: Skiheim Schuttannen (Freitag ab 12 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertag ab 9 Uhr), Berggasthof Schuttannen (Montag bis Sonntag ab 10 Uhr, Dienstag Ruhetag)
Öffentliche Verkehrsmittel: Buslinie 175 (ab Hohenems Bahnhof bis Schuttannen)
Von Gerstenboden führen verschiedene Strecken in Richtung Berggipfel. Für geübte Wanderer bietet die weiß-blau-weiß (Anm.: alpiner Steig) markierte Route eine abwechslungsreiche Aufstiegsvariante. Kurz geht es noch ein Stück entlang der Forststraße, bevor man im Wald den Markierungen folgend links auf einen schmalen Pfad abzweigt. Bergan führt dieser zwischen den letzten Baumreihen hindurch bis auf den Berggrat. Der weitere Streckenverlauf ist stellenweise ausgesetzt, verlangt Trittsicherheit und Aufmerksamkeit. Abseits breiterer Wanderwege ist man hier recht abgeschieden unterwegs.
Das luftige Reich der Kolkraben
Über die Baumwipfel hinweg öffnen sich immer wieder Ausblicke auf die umliegende Bergwelt und die Landschaft am Rand des Rheintals. Kolkraben ziehen ihre Kreise am Himmel – ihre markanten Rufe sind weithin zu hören. Kurz vor dem eigentlichen Gipfel wartet eine kleine Besonderheit: Eine felsige Anhöhe, auf der ein schlichtes Kreuz steht. Von dort bietet sich ein schöner Ausblick auf Schuttannen.
Die Buchs-Kreuzblume, auch Alpen-Zwergbuchs oder Waldmyrte genannt, ist ein kleiner, immergrüner Zwergstrauch aus der Familie der Kreuzblumengewächse. Die ledrigen, dunkelgrünen Blätter erinnern an jene des Buchsbaums – daher auch der Name. Besonders auffällig sind die Blüten, die meist aus gelben und weißlichen, teilweise rötlich überlaufenen Teilen bestehen. Die Blütezeit ist vorwiegend im Frühjahr, bei günstigen Bedingungen kann die Pflanze im Herbst ein zweites Mal blühen. Der Duft der Blüten erinnert an Pfirsiche und Marillen. Die Buchs-Kreuzblume wächst bevorzugt an lichten, eher trockenen Standorten wie Föhrenwäldern, steinigen Bergwiesen und Magerrasen, häufig auf kalk- oder dolomitreichen Böden. Sie kommt in den Alpen bis in große Höhen vor und ist gut an die dortigen Bedingungen angepasst. Auch ihre Vermehrung ist bemerkenswert: Die Samen der Pflanze besitzen ein nährstoffreiches Anhängsel, das Ameisen anlockt, die dann wiederum zur Verbreitung beitragen.
Der Hauptgipfel des Staufen ist jetzt nur noch wenige Meter Luftlinie entfernt. Man steigt zunächst wieder ein Stück ab – wahlweise über zwei Stahlleitern -, um dann recht bald die letzten Meter bis zur Staufenspitze aufzusteigen. Das Gelände ist hier steil und von Felsen durchsetzt. Beim Gipfelkreuz des 1465 Meter hohen Staufen angekommen, öffnet sich ein beeindruckendes Panorama: Der Blick reicht über Dornbirn und das Rheintal bis hinaus auf den Bodensee.
Aus der Höhe wird deutlich, wie nah hier die dicht besiedelte Talebene und die bewaldeten Berghänge beieinanderliegen.
Der Dornbirner Hausberg, der auch zu Ems gehört
Mit seiner markanten, frei stehenden Form gilt der Staufen oftmals als Hausberg Dornbirns. Sein Gipfel liegt allerdings direkt auf der Gemeindegrenze zwischen Dornbirn und Hohenems. Über einen Berggrat ist dieser mit dem Karren verbunden, dem eigentlichen Dornbirner Hausberg, der 971 Meter hoch gelegen ist.
Nach einer kleinen Rast geht es den Wegweisern folgend einen Wurzelweg hinab, bis man wieder auf den Güterweg trifft, der bis zum Wandererparkplatz Schuttannen führt.
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