Laut einer Analyse des Momentum Instituts liegt die Steiermark bei der Betreuung der Kleinsten weit zurück. In einzelnen Regionen ist die Vereinbarkeit mit einem Job kaum gegeben. Es hagelt Kritik.
Österreich hinkt bei der Kinderbetreuung im EU-Vergleich hinterher, die Zielvorgaben wurden verfehlt. Bis 2030 soll eine Betreuungsquote von 45 Prozent bei den 0- bis 2-Jährigen erreicht werden. Österreich liegt derzeit bei 36 Prozent – weit unter Ziel. Bei den 3- bis 5-Jährigen fehlt auch noch ein Prozentpunkt auf die erforderte Quote von 96 Prozent.
Besonders bittere Lage in der Steiermark
Innerhalb des Landes sieht es vor allem in der Steiermark nicht rosig aus. Die Betreuungsquote bei Kindern unter drei Jahren liegt bei 24 Prozent, bei den Kindern bis fünf Jahren sind es 89 Prozent – in jedem anderen Bundesland sind diese Zahlen höher.
Wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht, fällt die Steiermark ebenfalls bitter auf. Man ist an vorletzter Stelle (nur Oberösterreich liegt dahinter). Nur ein Drittel der Einrichtungen für Unter-Dreijährige bietet die Option, dass Eltern Vollzeit arbeiten können. Bei den Kindergärten (also 3 bis 5 Jahre) sind es auch nur 43 Prozent. So gibt es in Murau etwa nur 3 Prozent vollzeittaugliche Kinderbetreuungs-Plätze, in Liezen 5 Prozent.
Auswirkungen vor allem auf Frauen
Mehr als 80 Prozent der teilzeitbeschäftigten Mütter arbeiten in Österreich aufgrund von Betreuungsaufgaben Teilzeit. „Wenn der Kindergarten um 14 Uhr schließt, sind es meistens die Mütter, die den Rest des Tages übernehmen und das auf Kosten ihrer Vollzeitgehälter und ihrer Karriere“, heißt es in der Analyse.
Opposition spricht von Warnsignal
Die steirischen Neos fordern von der blau-schwarzen Landesregierung eine Ausbauoffensive: „Wenn der Kindergarten zusperrt, bevor die Eltern von der Arbeit kommen, ist die Vereinbarkeit nicht gegeben. Wer Vollzeit arbeiten will, muss auch die Möglichkeit dazu haben, unabhängig von der Postleitzahl“, sagt Neos-Chef Niko Swatek. FPÖ und ÖVP müssten „endlich“ Ergebnisse liefern. Auch die Grünen fordern Taten von der Regierung: „Die Landesregierung darf die Familien nicht länger im Stich lassen“, sagt Familiensprecherin Veronika Nitsche.
„Es kann nicht sein, dass die Steiermark bei der elementaren Bildung österreichweit am schlechtesten abschneidet und die blau-schwarze Landesregierung trotzdem so tut, als wäre alles in Ordnung“, kritisiert KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler. Für SPÖ-Bildungssprecherin Chiara Glawogger sind „diese Zahlen ein unmissverständliches Warnsignal!“
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