Bei Geheimnisverrat

Trump will Informanten erschießen lassen

Außenpolitik
15.10.2026 08:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Präsident Donald Trump würde Personen, die geheime Informationen zu Militäreinsätzen an die Medien weitergeben, am liebsten vor ein Erschießungskommando stellen.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Arizona echauffierte er sich am Mittwoch über einen unbekannten Tippgeber, der die Uhrzeit für Angriffe auf die iranischen Atomanlagen im Vorjahr an Journalisten weitergegeben haben soll. „Informanten sollten meiner Meinung nach erschossen werden“, sagte Trump – das sei auch „in den alten Zeiten“ schon üblich gewesen.

Die US-Streitkräfte hatten im Juni 2025 im Rahmen der „Operation Midnight Hammer“ die iranischen Uran-Anreicherungsanlagen in Natans und Fordo sowie eine Atomeinrichtung in Isfahan bombardiert. Trump rechtfertigt den damaligen Militäreinsatz – wie überhaupt seinen Krieg gegen den Iran – immer wieder damit, dass die mit dem Verbündeten Israel verfeindete Islamische Republik keine Atombomben haben dürfe.

Die Führung in Teheran beteuert stets, das Atomprogramm des Landes diene nur zivilen Zwecken und nicht der Entwicklung von Atomwaffen. Diese Darstellung wird nicht nur in den USA und Israel bezweifelt.

Militärhinrichtung soll live übertragen werden
In den USA ist die seit Langem geführte Debatte um die Vollstreckung der Todesstrafe jüngst wieder aufgeflammt. Ein Grund dafür: Das Pentagon plant erstmals seit 65 Jahren wieder eine Militärhinrichtung, die laut Verteidigungsminister Pete Hegseth obendrein per Livestream übertragen werden soll. Die Exekution des verurteilten Attentäters Nidal Hasan, der 2009 ein Massaker auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood in Texas verübte, ist für den 3. Dezember geplant und soll am damaligen Tatort stattfinden. Vor allem die angedachte Live-Übertragung löste eine Welle der Kritik aus.

Zusätzlich angeheizt wurde die Debatte über die Vollstreckung von Todesstrafen durch das jüngste Scheitern einer Hinrichtung im Bundesstaat Tennessee. Behördenangaben nach wurden der verurteilten Mörderin Christa Pike zwei Dosen des Mittels Pentobarbital injiziert – doch die 50-Jährige überlebte.

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