Die große Überraschung aus Nahost ist die klägliche Darbietung, die Saudi-Arabien liefert. Der von den USA aufgepäppelte Erdöl-Riese wackelt wie ein Kartenhaus, aber ein goldenes. Von den Ölscheichs sagt man ohnehin, sie seien wehrlose Hühner auf goldenen Eiern. Alle haben das gewusst, nur Trump nicht.
Das Land der 10.000 Prinzen am Tropf von Apanagen hat nie gelernt, den Staat modern zu managen. Dazu hat man dort keine Lust, aber Hochmut. Sich anzustrengen, ist verpönt.
Aus Angst vor Umstürzen haben sie nur eine Papiertiger-Armee, deren Bodentruppe an Söldner (Pakistan, Sudan etc.) ausgelagert ist. Diese haben wenig Lust, Märtyrer zu spielen.
Kurzum: Saudi-Arabien hat alles, was man mit Geld kaufen kann, ein irres Ausmaß an modernstem Kriegsgerät aus den USA, aber sie wissen nicht, es erfolgreich zu nutzen. Wenn etwas schiefgeht, haben sie gelernt, kommt der große Daddy aus Amerika, um uns zu beschützen. Aber er kommt nicht – und wenn er nicht kommt, droht das goldene Kartenhaus auseinanderzufallen.
Kronprinz-Regent Mohammed bin Salman (MbS), bekannt als „Mann mit der Knochensäge“, spielt gern den Modernisierer, muss sich jetzt aber viele Fragen gefallen lassen, vor denen ihn bisher der Wink mit dem Ölpreis schützte. Sein Großvater hatte das Reich mit dem Schwert erobert. Dieses hat bis heute viele Feinde, darunter die Huthis im Jemen, die Provinzen zurückhaben wollen.
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