In der unteren Etage lagerten Kartoffeln, im Obergeschoss lernten die Studenten. So erinnert sich die frisch gekürte Friedensnobelpreisträgerin Navanethem Pillay an ihre Jugend in Südafrika. In den dunklen Zeiten der Apartheid wurden nicht-weiße Menschen wie sie strikt getrennt von weißen Studierenden. „Ständig tauchte die Sicherheitspolizei auf, rassistische Gewalt und Verhaftungen gehörten zum Alltag. Damals nahm ich mir vor, meinen Verstand zu nutzen, um mich hochzuarbeiten und etwas verändern zu können.“
Seitdem hat sie tatsächlich alles darangesetzt, die Welt zu einem besseren, menschlicheren Ort zu machen – und dafür zu sorgen, dass Verstöße gegen Menschenrechte geahndet werden. Die Jury in Oslo würdigte ihren „ausgeprägten moralischen Kompass“.
Ein selten gewordener Richtungsweiser in einer Welt, die sich in wachsender Ruchlosigkeit verirrt. Ganz abgesehen von all den kriegerischen Völkerrechtsverletzungen, sägen gerade westliche Demokratien immer an diesen wichtigen Säulen des Miteinanders. Die Forderung des „US-Kriegsministers“ nach einer Live-Hinrichtung wie im Mittelalter ist da nur das jüngste unrühmliche Beispiel.
Der Friedensnobelpreis ist nun ein deutliches Bekenntnis zum unermüdlichen Kampf für die Menschenrechte Ganz nach Pillays Devise: „Ungerechtigkeit kann nur dann überwunden werden, wenn man sich gegen sie ausspricht und handelt.“ Der Friedensnobelpreis 2026 ist in guten Händen.
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