09.08.2014 17:00 |

Strafe nicht bezahlt

Tausende Wiener gehen für Falschparken in Haft

Sie wollen oder sie können die Strafzettel nicht bezahlen: Tausende Wiener Falschparker mussten 2013 die Bußgeldforderungen absitzen - 47.083 "Vorführungen zum Strafantritt" hat der Magistrat verschickt. Und die zusätzlichen Pickerlzonen brachten auch wesentlich mehr Bußgelder: ein Plus von 115 Prozent gegenüber 2008.
Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

2,7 Millionen Euro überwiesen die Falschparker allein im Vorjahr an den Magistrat. Das macht pro Tag immerhin die Summe von 7.397 Euro - oder 205 Strafzettel zu je 36 Euro.

Die Bußgelder werden aber von ziemlich vielen Autobesitzern nicht bezahlt: Wie die Statistik der MA 6 (Abteilung Rechnungs- und Abgabenwesen) zeigt, wurden - als Ersatzstrafen - 47.083 "Vorführungen zum Strafantritt" verteilt.

"Allerdings muss dabei erwähnt werden, dass viele 'Stammkunden' oft bis zu 50 derartige Vorführungen ansammeln, bevor sie die Gefängnisstrafe dann antreten", so ein Sprecher des Finanzressorts. Pro Jahr werden demnach "nur einige Tausend" Autofahrer tatsächlich in die Arrestzellen gesteckt. Genaue Zahlen könne er aber nicht nennen.

Einnahmen durch Parkpickerlzonen mehr als verdoppelt
Den Vorwurf, dass die Erweiterung der Parkpickerlzonen noch mehr Geld von den Konten der Autofahrer in die Stadtkasse umverteilt, wird sich die rot-grüne Koalition gefallen lassen müssen: So haben sich die Einnahmen durch die Bußgelder der Falschparker in Wien von 1,2 Millionen Euro (2008) auf 2,7 Millionen Euro (2013) mehr als verdoppelt. Damit dürfte sich die Aufstockung der Parksheriff-Truppe um 30 Prozent auf 413 Mitarbeiter jedenfalls gerechnet haben.

Interessantes Detail: 2011, als die Wirtschaftskrise besonders stark zu spüren war, konnten deutlich weniger Wiener ihre Strafzettel bezahlen. In diesem Krisenjahr wurden 56.511 "Vorführungen zum Strafantritt" verschickt.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Freitag, 12. August 2022
Wetter Symbol
(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)