Mo, 16. Juli 2018

Erfundene Waren

25.07.2014 09:06

eBay-Betrüger zu fast 7 Jahren Haft verurteilt

Weil er in mehr als 1.000 Fällen eBay-Kunden mit erfundenen Waren um insgesamt rund 300.000 Euro betrogen hat, ist am Donnerstag ein Mann im deutschen Marburg zu sechs Jahren und elf Monaten Haft verurteilt worden. Seine nicht existierenden Waren hatte der 29-Jährige über ein ausgeklügeltes System von Verkaufs- und Finanzagenten von Südamerika aus nach Deutschland, Österreich und die Schweiz verkauft.

Der Mann war 2005 von Hessen ins südamerikanische Paraguay umgezogen und hatte von dort aus laut einem Bericht von mittelhessen.de zusammen mit seiner Ex-Frau über Stellenanzeigen für fingierte 400-Euro-Jobs insgesamt 91 Verkaufsagenten in Deutschland gewonnen, die ahnungslos nicht existierende Waren auf ihren eigenen eBay-Konten anboten und das Geld von ihren Bankkonten über einen Finanzdienstleister nach Paraguay transferierten.

Beschwerten sich die Verkaufsagenten, weil ihre Konten gesperrt wurden und wegen Geldwäsche gegen sie ermittelt wurde, setzte der Angeklagte sie dem Bericht nach noch unter Druck. Das erbeutete Geld – rund 300.000 Euro – wurde schließlich von dem 29-Jährigen, seiner Ex sowie seiner neuen Lebensgefährtin in Empfang genommen, hieß es. Jeder habe 30 Prozent der Beute erhalten, zehn Prozent seien an die Tochter des Mannes gegangen. "Er hat das hauptamtlich gemacht", sagte die Staatsanwaltschaft und unterstellte dem Mann, "kein Gelegenheitstäter" zu sein. Sogar die Verteidigung bezeichnete es demnach als "Riesenleistung, ein solches Imperium aufzubauen".

Der zuständige Richter verurteilte den im April 2014 aus Paraguay ausgelieferten Mann letztlich zu sechs Jahren und elf Monaten Haft. Der Mann habe neben den 857 Betrugsfällen in 215 Fällen auch gewerbs- und bandenmäßig gehandelt, lautete die Begründung. Da der 29-Jährige seit 2012 bereits unter erschwerten Bedingungen in Auslieferungshaft saß, bekam für jeden bereits in Paraguay abgesessen Tag zweieinhalb Tage Haft in Deutschland angerechnet. Ist das Urteil rechtskräftig, muss er noch etwa zwei Jahre absitzen.

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