13.05.2014 14:14 |

Ehedrama in Wien

Ex-Diplomat schießt auf Frau und tötet sich selbst

In einem Einfamilienhaus im Wiener Bezirk Favoriten hat sich am Dienstagvormittag ein Beziehungsdrama ereignet. Ein 82-jähriger pensionierter Diplomat schoss mit einem Revolver zweimal auf seine 45-jährige Frau und traf sie einmal in den Bauch. Während sie sich schwerst verletzt aus dem Haus in den Vorgarten rettete und um Hilfe rief, tötete sich ihr Mann mit einem Kopfschuss.

Laut Polizeisprecherin Adina Mircioane ereignete sich die Bluttat gegen 10 Uhr in der Weitmosergasse. Den Schüssen war zunächst ein lautstarker Streit vorausgegangen, in dessen Folge der 82-Jährige seinen Revolver Marke Smith&Wesson nahm und auf seine Frau richtete - der Mann hatte die Waffe legal besessen.

45-Jährige im Krankenhaus notoperiert
Zweimal feuerte der Pensionist auf die 45-Jährige, einmal wurde sie im Bereich der Hüfte getroffen. Die Schwerverletzte konnte sich danach in den Vorgarten flüchten und um Hilfe schreien. Nachbarn verständigten die Polizei. Unterdessen tötete sich der 82-jährige Mann im Haus mit einem Kopfschuss. Die 45-Jährige wurde ins Krankenhaus gebracht. Dort stellten die Ärzte fest, dass das Opfer einen Bauchdurchschuss erlitten hatte. Die Frau wurde notoperiert, laut Polizei ist ihr Gesundheitszustand nach wie vor kritisch.

Bei dem 82-Jährigen handelt es um Österreichs früheren Botschafter in Venezuela. Dort dürfte er seine um 37 Jahre jüngere Frau, die als Haushälterin und Köchin für ihn arbeitete, kennen und lieben gelernt haben. Nach dem Ende seines Dienstes vor etwa 20 Jahren begleitete ihn die Frau dann nach Österreich, wo das Paar heiratete.

Ehe immer wieder von Streit geprägt
Die Ehe der beiden dürfte jedoch phasenweise wenig harmonisch verlaufen sein. Nach Angaben von Nachbarn kam es zwischen dem Paar immer wieder zum Streit. Grund dafür dürfte die Eifersucht des bedeutend älteren Mannes gewesen sein. Eine Nachbarin meinte, der 82-Jährige sei sehr klug und höflich gewesen. Nur in Bezug auf Frauen "wollte er jemanden okkupieren", meinte sie. Seine 45-jährige Gattin beschrieb die Nachbarin als überaus freundlich und zugänglich, offen und sehr kontaktfreudig. Sie habe auch alles gemacht, unter anderem Bierkisten geschleppt und alle Wege mit dem Auto erledigt.

Der heute 82-Jährige war bereits 1980 in die Schlagzeilen österreichischer Medien geraten, als er Botschafter in Kolumbien war. Bei einem Überfall der Guerillagruppe M-19 im Februar geriet er mit anderen Diplomaten in Geiselhaft. Er selbst konnte den Tätern glaubhaft machen, dass seine damalige Frau schwer krank war, und kam wesentlich früher frei. Das Drama dauerte damals jedoch insgesamt zwei Monate, bevor die letzten Geiseln auf Kuba freigelassen wurden.

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