Die Vorzeichen für die beiden heimischen Langlauf-Hoffnungsträger könnten vor dem Olympia-Auftakt mit den Skiathlons deutlich besser sein. Während Mika Vermeulen im Vorfeld der Winterspiele schwächelte, gehörte Teresa Stadlober nach mehreren Podestplätzen im Jänner eigentlich zu den Medaillenanwärterinnen. Doch eine Verkühlung kurz vor dem ersten Rennen am Samstag (13 Uhr) dämpfte die Erwartungen. „Für eine Ausdauersportlerin ist es der Worst Case“, sagte sie.
„Es ist ärgerlich und blöd, dass es genau jetzt passiert. So will man eigentlich nicht zu Olympia fahren“, betonte die Salzburgerin vor ihren bereits vierten Winterspielen. Vor vier Jahren hatte sich die Radstädterin in Peking mit Bronze im Skiathlon ihren Medaillentraum erfüllt, nun kämpft die 33-Jährige seit Montag mit ihrer Gesundheit. „Das Positive ist, dass es nur eine leichte Verkühlung mit einem milden Verlauf war. Eigentlich war nur die Nase zu. Körperlich fühle ich mich gut, aber die Trainingseinheiten gehen mir ab.“
Es ist ärgerlich und blöd, dass es genau jetzt passiert. So will man eigentlich nicht zu Olympia fahren.
Teresa Stadlober
Nach der um einen Tag verspäteten Anreise unternimmt Stadlober auch im olympischen Dorf alles, um wieder topfit zu werden. „Wasserdampf hilft, Salz inhalieren, Nasenöl, nasse Handtücher aufhängen“, stehen auf der To-do-Liste. Am Freitag absolviert sie ein erstes Intervalltraining, damit ihr Körper wieder in Betrieb kommt. „Ich muss schauen, wie er in einer Rennbelastung reagiert. Es kann gut gehen, aber auch nicht“, ergänzte Stadlober, die nun etwas weniger Druck verspürt. Änderungen an ihrem Rennprogramm wird sie keine vornehmen. „Nur weil es jetzt vielleicht in die Hose geht, sind meine Spiele nicht vorbei. Wegen dem haue ich die Nerven nicht weg.“
Vermeulen lässt Kopf nicht hängen
Vermeulen hat indes keine schlüssige Erklärung für seine unzufriedenstellenden Leistungen, trotzdem glaubt der Steirer an erfolgreiche Auftritte in Tesero. „Natürlich ist jetzt ein bisschen schwierig, optimistisch zu sein, aber ich lasse den Kopf nicht hängen, es geht ja erst los. Ich habe im Training eigentlich alles gemacht, mich gut gefühlt und den Plan durchziehen können, aber dann hat der Körper in den Rennen nicht reagiert. Ich gehe davon aus, dass alles vorhanden ist, um gut zu sein, aber aus irgendeinem Grund habe ich es die letzten Wochen im Wettkampf nicht abrufen können“, sagte Vermeulen im APA-Gespräch.
Der in Norwegen lebende Ramsauer hofft im Fleimstal beginnend mit Sonntag auf eine Trendwende. „Es hat sich sehr schnell ins Negative gedreht und ich gehe davon aus, dass es ja wieder sehr schnell ins Positive drehen wird.“ Die ersten Trainingseindrücke waren jedenfalls positiv. „Ich fühle mich gut. Ich bin schon richtig im Olympiamodus. Jetzt gilt es einfach, Vertrauen zu haben.“
„Der Körper ist kein Taschenrechner“
Warum es trotz seines starken Saisonstarts mit einem dritten Platz in Ruka nach einem Infekt um Weihnachten und einer längeren Trainingsphase gar nicht funktioniert hat, ist ihm ein Rätsel. „Wenn ich es wissen würde, dann hätte ich es geändert. Ich habe einen Monat genau das Gleiche gemacht, was ich den ganzen Sommer, im Herbst, das ganze Jahr gemacht habe.“ Im Wettkampf überhaupt nicht auf Touren zu kommen, das habe er in den vergangenen Jahren noch nie erlebt, bekannte der von seinem Vater Vincent trainierte 26-Jährige.
Trotz professioneller Trainingsplanung und -steuerung seien auch Spitzensportler nicht vor Überraschungen gefeit. „Der menschliche Körper ist kein Taschenrechner. Da gibt man nicht irgendwelche Zahlen ein und dann kommt genau das raus, was rauskommen sollte. Sondern manchmal, und das ist das Beinharte am Spitzensport: Ab und zu macht man alles richtig und der Ertrag ist trotzdem null“, erläuterte der in der Vorsaison nach mehreren Podestplätzen bei der WM leer ausgegangene Vermeulen.
Vermeulen auf der Suche, Kläbo in Topform
Panik oder Verzweiflung verspüre er vor seinen zweiten Olympischen Spielen aber trotz der Unsicherheiten nicht. „Schlecht sein ist kein Hindernis, schlecht sein ist ein Malheur, ein Hindernis wäre ein Trainingsunfall oder eine Krankheit. Also ich habe eigentlich einen hindernisfreien Weg gehabt, mehr oder weniger, und von dem her bin, ich bin überzeugt, dass immer noch was gehen kann. Es ist nicht ideal, aber es ist jetzt auch nicht so, dass ich sage, okay, es ist gar nichts mehr möglich. Am Ende vom Tag muss man daran glauben, und ich glaube immer noch.“
In Goldform geht einmal mehr Johannes Hösflot Kläbo im Skiathlon am Sonntag (12.30 Uhr) an den Start, der wie bei der WM 2025 in Trondheim sechs Titel holen könnte. „Ich mag alle Rennen, alle sechs werden wichtig sein, aber der Sprint ist speziell für mich, darauf freue ich mich besonders“, sagte der im Vorfeld in Seefeld und Leutasch trainierende Kläbo.
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