„Noch kein Beleg“

Milchpulver-Rückruf: Zwei Babys in Frankreich tot

Ausland
23.01.2026 13:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Frankreich sind zwei Babys gestorben, nachdem sie Säuglingsnahrung der zurückgerufenen Nestlé-Marke erhalten hatten. Die Justiz ermittelt wegen „möglicher Verunreinigung“. Bisher gebe es aber „noch keinen Beleg für einen Kausalzusammenhang“, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mit.

Eines der Babys war am 25. Dezember in der Nähe von Bordeaux geboren und Anfang Jänner nach Verdauungsproblemen gestorben. Es war zuvor mit Säuglingsnahrung der Marke Guigoz gefüttert worden. Bei ersten Analysen konnte das Bakterium Bacillus cereus nicht nachgewiesen werden, weitere Untersuchungen laufen laut dem Staatsanwalt noch.

Am Mittwoch meldete sich eine Mutter bei Ermittlerinnen und Ermittlern, deren Tochter im Dezember im Alter von vier Wochen gestorben war. Auch dieses Baby war mit Flaschenmilch der Marke Guigoz gefüttert worden. Ein Zusammenhang mit der Verunreinigung sei eine „ernst zu nehmende Spur“, sagte Staatsanwalt Eric Brouillard. Er habe auch hier ein Labor mit dringenden Analysen beauftragt.

Zitat Icon

Ein Zusammenhang mit der Verunreinigung ist eine ernst zu nehmende Spur.

Staatsanwalt Eric Brouillard

Wie berichtet, musste der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé Anfang Jänner in etwa 60 Ländern Babynahrung zurückrufen, darunter auch in Österreich. Grund war die mögliche Belastung mit Cereulid, einer Substanz bakteriellen Ursprungs, die Durchfall und Erbrechen verursachen kann. Eigentlich wird Säuglingsmilch, die als Ergänzung oder Ersatz für Muttermilch verwendet wird, streng kontrolliert.

Keine Krankheitsfälle in Österreich
In Österreich wurden zwei Produktchargen positiv auf die Substanz getestet und deren Verkauf gestoppt. „Die nachgewiesenen Konzentrationen des Toxins waren so gering, dass eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen werden kann“, hieß es. Bisher sind laut dem Gesundheitsministerium auch keine Krankheitsfälle bekannt, die auf den Konsum der betroffenen Produkte zurückzuführen sind.

Am Mittwoch rief auch der französische Milchindustriekonzern Lactalis Säuglingsnahrung in mehreren Ländern zurück. Es bestand ebenfalls der Verdacht, dass diese Cereulid enthalten könnte. Die französischen Behörden wiesen darauf hin, dass beide Unternehmen eine aus China gelieferte Substanz verwendeten. Laut der Organisation Foodwatch handelt es sich bei der chinesischen Firma um einen der weltweit wenigen Lieferanten von Arachidonsäure (ARA), einer in Europa streng regulierten Substanz, die als Quelle für Omega-6-Fettsäuren in bestimmten Säuglingsmilchprodukten enthalten ist.

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