Die „Addams Family“ lässt grüßen: Forscher in der Schweiz haben eine Roboterhand entwickelt, die sich von ihrem Arm lösen und selbstständig davon krabbeln kann, um Gegenstände zu holen, die außer Reichweite sind. Ist der Auftrag erledigt, krabbelt die Hand auf ihren Fingern wie eine Spinne zurück und dockt wieder am Arm an.
„Die menschliche Hand war lange eine wichtige Inspirationsquelle für Roboterhände“, schreiben die Forschenden der EPFL Lausanne im Fachjournal „Nature Communications“. Doch das biologische Vorbild hat dem Forschungsteam zufolge eindeutige Nachteile: Der Arbeitsraum der Hand ist beschränkt, weil sie fest mit dem Arm verbunden ist. Zudem limitiert ihr asymmetrischer Aufbau mit nur einem Daumen bestimmte Greif- und Manipulationsaufgaben.
Das an der EPFL entwickelte Gerät überwinde diese Einschränkungen, so die Wissenschaftler. Statt eines Daumens besitzt es mehrere identische Finger, die symmetrisch um die Handfläche angeordnet sind. Jeder Finger kann sich in beide Richtungen bewegen und je nach Aufgabe unterschiedliche Rollen übernehmen. Im Greifbetrieb bilden jeweils zwei beliebige Finger ein gegenüberliegendes Paar – ähnlich wie Daumen und Zeigefinger beim Menschen. Alternativ kann sie Objekte für den Transport auch auf die Handfläche legen.
Forscher sehen viele Anwendungsbereiche
Wird die Hand vom Arm gelöst, dienen die übrigen Finger als Beine: Die Hand krabbelt umher, hält dabei das Gleichgewicht und kann sogar mehrere Objekte transportieren. Die Forschenden sehen ein breites Anwendungsspektrum für ihre Entwicklung. Besonders geeignet sei die Roboterhand für Einsätze in Industrie und Logistik, etwa in dicht bestückten Regalen oder auf Werkbänken, wo herkömmliche Roboterarme nicht überall hinkommen.
Überdies nennen die Wissenschaftler Anwendungen in der Inspektion, Exploration und Rettung. In engen, unübersichtlichen oder gefährlichen Umgebungen, etwa nach Unfällen oder in technischen Anlagen, könnte die abgekoppelte Hand als kleiner Krabbler Räume erkunden und Objekte bergen, während der Roboterarm an Ort und Stelle bleibt.
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