Neo-Österreicherin Anastasia Potapova hat bei den Tennis-Australian-Open für erfreuliche sportliche Auftakt-Schlagzeilen in Rot-Weiß-Rot gesorgt. Nach schier aussichtslosem Rückstand besiegte die 24-Jährige in der ersten Runde von Melbourne die Niederländerin Suzan Lamens in drei Sätzen und trifft nun auf die frühere britische US-Open-Siegerin Emma Raducanu. Allerdings ließ Potapova mit Aussagen zu ihrer Einbürgerung aufhorchen. Zudem kündigte sie ihr Linz-Antreten an.
Anfang Dezember hatte die gebürtige Russin kundgemacht, dass sie künftig für Österreich spielen werde und ihre Stellungnahme auf Instagram mit folgendem Satz eingeleitet: „Österreich ist ein Land, das ich liebe, das unglaublich gastfreundlich ist und wo ich mich total zu Hause fühle.“ Der exakt gleiche Wortlaut war davor schon bei ihrer früheren Landsfrau Daria Kasatkina zu lesen, als diese im vergangenen März ihre neue Staatsbürgerschaft in Australien verkündet hatte.
Verblüffende Übereinstimmung mit Kasatkina
Kasatkina meinte zuletzt wegen der gleichen Wortwahl Potapovas auf der Online-Plattform X: „Nein, wir werden nicht von derselben Agentur betreut.“ Potapova wiederum sagte nach ihrem erfolgreichen Melbourne-Einstand, dass die Übereinstimmung einen einfachen Grund habe: „Ich finde daran nichts falsch, weil man es einfach in keiner besseren Art sagen kann.“ Vorgefertigte Worthülsen seien es nach ihrer Aussage nicht gewesen: „Das sind die perfekten Worte. Mein Team und ich haben diese Beschreibung gemocht, also haben wir sie so gewählt.“
Pikanterweise bestritt Potapova am 4. Jänner in Brisbane ihr Debüt für den österreichischen Verband mit einem Dreisatzsieg gegen Kasatkina. „Wir sind auch gute Freundinnen und reden viel miteinander“, gab Potapova nach ihrem erfolgreichen Melbourne-Einstieg an, und auf Nachfrage: „Über diesen Post haben wir aber nicht gesprochen, so ein Post kümmert doch niemanden. Daher gibt es nichts darüber zu sagen. Ich denke, Medien, die mich nicht wollen, haben das nur aufgeblasen.“
24-Jährige kündigte Linz-Antreten an
Sie habe vielmehr Österreich nicht durch Zufall gewählt. „Ich lebe dort seit einigen Jahren und um ehrlich zu sein, wir haben lange darauf hingearbeitet. Ich liebe Österreich und speziell Wien, es ist mein zweites Zuhause. Speziell jetzt ist es mein erstes Zuhause. Ich liebe es wirklich.“ Und nicht nur das, sondern auch das WTA-Turnier in Linz, aus dem sie vor drei Jahren als Titelträgerin hervorging. „Es ist eines meiner Lieblingsturniere, auch weil es Indoor ist. Und heuer wird es auf Sand sein, das liebe ich noch mehr. Natürlich werde ich heuer dort sein.“
Das würde bedeuten, dass in der ersten April-Hälfte neben den schon fix für Linz vermeldeten Julia Grabher, Sinja Kraus und Lilli Tagger eben auch Potapova in Linz und nicht beim für die gleiche Zeit angesetzten Billie-Jean-King-Cup-Turnier antritt. Auf die Frage eines Journalisten, ob sie überhaupt schon im Teambewerb für Österreich spielberechtigt sei, antwortete Potapova: „Wir arbeiten noch daran.“ Es gebe persönliche Gespräche von Verbandsverantwortlichen mit ihr und ihrem Manager. „Wir haben ein gutes Verhältnis, es gibt keine Probleme.“
Noch keine Spielberechtigung für Billie Jean King Cup
Österreichs Billie-Jean-King-Cup-Kapitänin Marion Maruska sagte im APA-Gespräch, dass es noch keine 100-prozentige Information vonseiten des Internationalen Verbands (ITF) gebe. Bei Einbürgerungen gebe es eine Übergangsfrist, man könne aber bei der ITF anfragen. Punkto BJKC sei noch viel offen, da der Austragungsort wohl erst im Februar bekannt werde und auch die exakten Spieltage offen seien. Maruska: „Es ist eine schwierige Situation. Wir sind auch in Kontakt mit der ITF, ob es (bei frühem Linz-Ausscheiden, Anm.) Möglichkeiten bezüglich Nachnominierung gibt.“
Sportlich geht es für Potapova eben gegen Raducanu weiter. Die ehemalige US-Open-Gewinnerin ist als Nummer 28 des Turniers Favoritin, hat aber Respekt vor Österreichs Nummer eins: „Sie war Nummer eins der Juniorinnen-Weltrangliste. Ich war im Alter ein Jahr unter ihr, ich habe ihre Spiele immer verfolgt. Sie war bei den Juniorinnen die, die es zu besiegen galt. Der Auftaktsieg wird ihr viel Selbstvertrauen geben. Sie schlägt hart. Es wird ein hartes Match, eine knifflige Aufgabe für mich. Ich muss mein bestes Spiel spielen.“
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