Debüt in Zauchensee

„Da ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen“

Vorarlberg
12.01.2026 06:55

Wie eng, Glück und Leid im Skisport beisammen liegen, mussten am Wochenende zwei junge Lecherinnen erleben. Während für Magdalena Egger nach ihrem Kreuzbandriss in der Abfahrt von Zauchensee die Olympiasaison vorbei ist, durfte Leonie Zegg beim Weltcupdebüt gleich über den ersten Punkt jubeln.

„Der Kreuzbandriss von Mäggy hat mich sehr mitgenommen, da sie eine ganz enge Freundin ist“, gesteht Leonie Zegg. „Das ist wirklich der Horror und ich habe mich gefragt, womit sie das verdient hat. Auf der anderen Seite hätte es ihr nicht geholfen, wenn ich einen Scheißtag erlebt hätte und ich denke, dass sie sich mit mir mitfreuen kann.“

Spezielle Beziehung zur „Zauch“
Denn in der Tat hatte die 21-Jährige am Samstag allen Grund zur Freude. Bei ihrem Weltcupdebüt auf der Abfahrt in Zauchensee fuhr die Lecherin als 30. auf Anhieb in die Punkte und unterstrich, dass es zwischen ihr und der „Kälberloch“-Piste eine spezielle Beziehung gibt. Im Vorjahr hatte „Zeggi“ dort als Abfahrtsdritte ihr erstes Europacuppodest geholt, nun das Weltcupdebüt und gleich der erste Punkt. „Das ist schon ein Traum, der da in Erfüllung ging“, verrät die angehende Justizwachebeamtin. „Nicht jede, die im Weltcup starten darf, punktet. Es war auf jeden Fall ein Schritt in Richtung meines großen Ziels.“

Abstand kleiner als gedacht
Dennoch überraschte sich die Head-Pilotin in der Heimat von Ex-Abfahrtsweltmeister Michael Walchhofer auch selbst. „Um ehrlich zu sein, dachte ich schon, dass ich noch ein wenig weiter weg bin. Besonders auf dieser Strecke, die eigentlich nicht maßgeschneidert für mich ist“, erzählt Leonie, die erstmals an der Seite ihrer Cousine Nina Ortlieb ein Rennen bestritt. „Nachdem es aber schon im Training gar nicht so schlecht ausgeschaut hat, dachte ich mir, dass ich wohl doch nicht so weit weg bin.“

Leonie Zegg auf dem Weg zu ihrem ersten Weltcuppunkt.
Leonie Zegg auf dem Weg zu ihrem ersten Weltcuppunkt.(Bild: Andreas Tröster)

Weltcup weiter als Bonus
An der Rennplanung ändert sich trotz der gelungenen Premiere aber nichts. „Ich werde die Europacupsaison fertig fahren, jetzt am Pass Thurn die beiden Abfahrten und dann Anfang der nächsten Woche die beiden Super-Gs in St. Anton am Arlberg bestreiten“, verrät die Junioren-Vizeweltmeisterin im Super-G von 2025. „Wenn es sich dann ausgeht, dass ich noch da oder dort eine Weltcupchance bekomme, nehme ich die aber gerne zum Lernen mit.“ 

Kolumne
Wieder Zauchensee, wieder Neuschnee

Es schien, als ob sie endlich vorbei wären. Die schwierigen Zeiten, die Magdalena Egger in den letzten Jahren in unterschiedlichen Ausprägungen zu durchleben hatte. Zwar war die Lecherin bis letzten Samstag von den ganz schweren Verletzungen verschont geblieben, aber richtig rund lief es – aus ganz unterschiedlichen Gründen – lange Zeit auch nicht.

In diesem Winter hätte plötzlich alles gepasst. Das Team, das Selbstvertrauen. Und dann kam Zauchensee – wie schon Anfang 2023. Wie am Wochenende war es damals ein Neuschnee-Rennen, ein Super-G, der „Mäggy“ zum Verhängnis wurde. Eine heftige Gehirnerschütterung und ein Innenbandriss im rechten Knie zwangen sie zum vorzeitigen Saisonende. Damit verpasste Egger die Chance, sich einen Fixplatz im Weltcup zu holen. Heuer wohl einen Startplatz bei Olympia in Cortina.

Doch die 24-Jährige hat bewiesen, dass sie sich von Rückschlägen nicht lange aufhalten lässt. Das fixe Weltcupticket holte sie sich direkt in ihrer Comebacksaison und den Sprung zu Olympia wird sie bestimmt auch noch schaffen. Wobei es natürlich schon sehr wehtut, dass mit Egger und Katharina Liensberger die zwei in diesem Winter bislang erfolgreichsten Ländle-Skidamen für den Saisonhöhepunkt in den Dolomiten ausfallen. Und es zeigt, dass der Skisport alles ist – nur keine Wunsch- oder gar Wohlfühlveranstaltung.

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