„Ach, übrigens...“

Warum der Putin so grantig ist

Vorarlberg
06.01.2026 11:55

„Krone“-Autor Harald Petermichl hat sich daran gemacht, eines der letzten großen Geheimnisse der Menschheit zu lüften. Für die neueste Ausgabe seiner Kolumne „Ach, übrigens...“ ist er der Frage nachgegangen, warum Russlands Präsident Wladimir Putin so grantig ist. Die Antwort ist erstaunlich, aber in Wahrheit nur wenig überraschend...

Dass der Meister Eder manchmal grantig ist, weiß niemand besser als der Pumuckl. Um aber herauszufinden, warum der Putin immer so grantig ist, muss man ein wenig genauer hinschauen, dann liegt des Rätsels Lösung schnell auf der Hand. Schuld ist der 5. Dezember, denn an diesem Tag saß Wladimir Wladimirowitsch, vermutlich mit nacktem Oberkörper, im Kreml-Fernsehzimmer vor seinem TV-Gerät der Marke „Raguda“ und wollte bei einer Tasse Tee aus seinem abhörsicheren Samowar in aller Ruhe die Gruppenauslosung zum „größten Event, das die Menschheit je gesehen hat“ genießen. Was aber da über den Bildschirm flimmerte, muss ihm die Zornesröte ins Gesicht getrieben haben. Denn 2017 durfte er selbst bei der Auslosung zur WM 2018 lediglich Textbausteine wie „Unsere Liebe zum Fußball ist fest, sie erfüllt das ganze russische Volk“ oder „Wir wollen die Fußballfamilie einen“ absondern, aber kein Schwein hat ihm damals einen Friedenspreis überreicht und auch die von seinem Freund Infantino im Kreml-Konzertsaal hinterlassene Schleimspur hatte bei weitem nicht das ungeheuerliche Ausmaß derer von Washington.

Für US-Präsident Donald Trump schuf FIFA-Boss Gianni Infantino sogar einen eigenen Preis: den ...
Für US-Präsident Donald Trump schuf FIFA-Boss Gianni Infantino sogar einen eigenen Preis: den FIFA Friedenspreis.(Bild: EPA/WILL OLIVER)

Aufwärmübung deluxe bei der WM
Mittlerweile scheint er sich wieder beruhigt zu haben, hat zumindest in seiner Neujahrsansprache kein Wort darüber verloren. Und so kann die WM 2026 ihren Lauf nehmen. Die FIFA behauptet, sie begänne/begönne in 156 Tagen, am 11. Juni, aber das kann man – halten zu Gnaden – nicht wirklich ernst nehmen. Denn was an diesem Tag mit der Begegnung Mexico gegen Südafrika losgeht, ist eher so eine Art Aufwärmübung, bei der 16 von 48 Teams eliminiert werden, damit die verbliebenen 32 in Ruhe den Titel unter sich ausspielen können. Allein dafür sind 72 (in Worten: zweiundsiebzig) Begegnungen erforderlich, eine spannender und wichtiger als die andere; die österreichische Bundesliga bestreitet mit dieser Anzahl an Matches zwölf komplette Spieltage. Wobei das auch nicht immer nervenzerfetzend ist, aber das tut hier nichts zur Sache. Es ist jedenfalls, da zwölf Gruppenerste, zwölf Gruppenzweite und acht Gruppendritte weiterkommen, gar nicht so einfach, aus dem Turnier auszuscheiden und böse Zungen behaupten sogar, wer diese Gruppenphase nicht überstehe, solle sein Glück vielleicht besser in der Eliteliga Vorarlberg versuchen und sich dort mit Teams wie dem „Emma & Eugen DSV“ messen.

Spannendes Vorgeplänkel mit Neukaledonien
Aber gemach: Noch wissen wir gar nicht, wer alles mitkicken wird jenseits des großen Teichs, weil es im Frühjahr das eine oder andere Playoff gibt, wo sich Teams wie Neukaledonien oder Italien noch ein Last Minute Ticket sichern können, um das Turnier zünftig aufzumischen. Ralf Rangnick und seinen Mannen kann das aber egal sein, die wissen schon, dass sie es mit Argentinien, Algerien und Jordanien zu tun haben werden. Das Argentinien-Match gibt es erstaunlicherweise sogar zur Primetime, für die beiden anderen sollte man nicht vergessen, den Wecker zu stellen, weil sie um 4:00 Uhr bzw. 6:00 Uhr MESZ zur Ausstrahlung kommen. Aber ernstzunehmende Sportfans kennen sowas schließlich von großen Boxkämpfen wie „Rumble in the Jungle“ zwischen George Foreman und Muhammad Ali 1974, als man auch um drei Uhr nachts seinen Platz vor der Glotze eingenommen haben musste, um nichts zu verpassen. Von der Mondlandung ganz zu schweigen, da war es in Europa auch erst 3:56 Uhr, als Louis Armstrong auf dem Mond seine Trompete auspackte oder so ähnlich.

Ein Restrisiko bleibt
Somit ist alles in Butter und dem großartigsten Turnier steht nichts im Wege. Bleibt die Frage, ob Putin sich den ganzen Zauber auch antun wird. Aus heutiger Sicht schwer zu sagen, es könnte aber sein, dass er gleich wieder den Grantscherben raushängen lässt, weil die altehrwürdige „Sbornaja“ eh nicht mitspielen darf. Und zudem bleibt noch ein Restrisiko, denn das eingangs erwähnte und von der Firma Kosizki im damaligen Leningrad hergestellte Fernsehgerät galt schon immer als technisch unzuverlässig und ging auch mal zur unpassenden Zeit in Flammen auf, weshalb die Sowjet-Flimmerkisten in der DDR den Namen „Zimmerbrand aus Freundeshand“ trugen. Gut möglich also, dass der Präsident die WM WM sein lässt und sich im Sommer anderen Dingen zuwendet, denn so ein verkohlter Fernsehraum im Kreml wäre ein weiterer Grund, recht grantig zu werden. Und wer will das schon?

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