Neuer Kanal online

Instagram-Suche nach möglichen Brandopfern

Ausland
02.01.2026 16:27

Nach dem verheerenden Neujahrsbrand in Crans-Montana läuft die Suche auf Hochtouren. Eltern, Freunde und ganze Communitys klammern sich an jeden Strohhalm – ihre letzte Hoffnung liegt im Netz. Ein eigener Instagram-Kanal bündelt jetzt die Suchmeldungen nach Vermissten und soll Antworten liefern.

Die Flammen sind längst gelöscht, die Fragen bleiben. Noch immer gelten mehrere junge Erwachsene nach dem Brand in Crans-Montana (Wallis) als vermisst. Doch während die Behörden ermitteln, nutzen Angehörige und Freunde längst andere Wege: Das soziale Netzwerk Instagram wird zur Anlaufstelle für Suchmeldungen.

Vor dem ausgebrannten Gebäude legen Menschen still Erinnerungen nieder. Die Trauer ist greifbar.
Vor dem ausgebrannten Gebäude legen Menschen still Erinnerungen nieder. Die Trauer ist greifbar.(Bild: AP/Antonio Calanni)

Über den Kanal „Crans Montana Avis de Recherche“ (auf Deutsch: „Crans Montana Suchmeldungen“) versuchen Betroffene, Informationen zu sammeln und öffentlich zu teilen – schnell, direkt, ungefiltert.

44 Namen, 44 Schicksale – und kein Lebenszeichen
Bereits 44 Personen wurden in den ersten Stunden nach Einrichtung des Profils als vermisst gemeldet. Fast alle sind zwischen 16 und 26 Jahre alt, wie auch das Universitätsspital Lausanne bestätigt. Es sind keine Kinder – es sind junge Menschen, mitten im Leben. Viele aus Italien oder Frankreich, in der Schweiz zum Feiern, zum Jahreswechsel.

Die Beiträge unter dem Account zeigen Bilder: Gruppenfotos aus Skihütten, Porträts in Feierstimmung, Selfies im Partylicht. Menschen, die einfach nicht mehr erreichbar sind. Kein Handyempfang, keine Spur.

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Der einzige Zweck dieses Kontos ist es, Suchmeldungen zu Personen zu bündeln, von denen seit dem tragischen Silvesterabend jede Nachricht fehlt.

Die Betreiber des Instagram-Kanals

Ein besonders emotionaler Beitrag widmet sich Trystan Pidoux. Auf Französisch heißt es dort: „Unser Freund Trystan Pidoux gilt nach dem Brand in Crans-Montana als vermisst. Nach unserem aktuellen Kenntnisstand ist das Feuer in dieser Nacht an seinem Tisch ausgebrochen. Wir haben keinerlei Nachrichten von ihm.“ Die einzigen Hinweise: sein Handy und Ausweis, gefunden im Keller. Kein Lebenszeichen. Keine Gewissheit.

Auch der 16-jährige Pablo Perez und der 17-jährige Emanuele aus Italien werden weiterhin gesucht. Ihre Bilder wurden tausendfach geteilt – von Freundinnen und Freunden, Bekannten, sogar von Unbekannten, die helfen wollen.

Manche anfangs Vermissten wurden verletzt aufgefunden – darunter auch Tahirys Dos Santos, ein Nachwuchsspieler eines französischen Fußballvereins. Der Club veröffentlichte eine Mitteilung, in der es heißt, man habe mit großer Betroffenheit erfahren, dass Tahirys beim Brand verletzt wurde. Der Verein stehe hinter ihm und unterstütze ihn.

Instagram statt Polizei? Nein – beides!
Der Kanal ist kein offizieller Account der Polizei oder Behörden. Die Betreiber weisen ausdrücklich darauf hin, dass alle Informationen direkt von Angehörigen oder Bekannten stammen und nicht unabhängig überprüft werden. Trotzdem ist der Account innerhalb weniger Stunden zur wichtigsten Quelle für viele geworden, die nicht in der Schweiz leben – aber jemanden dort vermissen.

Der Aufruf zu Suchmeldungen macht aber auch klar: Wer gefunden wurde, dessen Eintrag wird gelöscht. Nur wer weiter vermisst wird, bleibt sichtbar – als letzter digitaler Ankerpunkt!

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