Handy-Auswertungen
Ist das der Moment, in dem die Katastrophe begann?
Nach dem verheerenden Feuer im Schweizer Skiort Crans-Montana werden nach und nach mehr Einzelheiten bekannt – und Spekulationen laut: So könnten Wunderkerzen das Lärmschutzmaterial an der Decke der Bar in Brand gesetzt haben. Das habe dann zu einer Explosion geführt, sagt auch die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis.
Aufnahmen, die unter anderem in sozialen Medien verbreitet wurden, zeigen feiernde Menschen, die mit Wunderkerzen auf Champagnerflaschen hantieren. Auf diese Weise könnte das Lärmschutzmaterial an der Decke im Keller der Bar „Le Constellation“ Feuer gefangen haben. Die Kantonsregierung spricht von einem „Flashover“, einem Brandphänomen, das eine Fachfrau mit einer Art Feuerwalze vergleicht. Das passiert durch riesige Hitze, die brennbares Material so zersetzt, dass es bestimmte Gase bildet und selbst ohne Flammenkontakt sekundenschnell in Brand gerät. Ohne Schutzkleidung sei das kaum zu überleben, sagte die Brandschutzsachverständige Sandra Barz.
„Unsere Hauptthese ist, dass der gesamte Raum Feuer gefangen hat, und das zu einer Explosion geführt hat“, sagte die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud. Derzeit sei noch unklar, ob tatsächlich Kerzen den Brand auslösten oder doch Feuerwerkskörper. Sie wolle noch Handys auswerten, die am Unglücksort sichergestellt wurden. Laut Medienberichten begann nicht die Decke selbst zu brennen, sondern die akustische Dämmung. Einer der vielen Vorwürfe lautet, dass billiges Material eingesetzt wurde. Guter Akkustikschaumstoff brennt nämlich kaum.
Hier sehen Sie ein Bild von den feiernden Menschen mit Wunderkerzen:
Lasche Sicherheitsvorschriften?
„Ich bin überrascht, dass es so lange ging, bis etwas passierte. Menschen rauchten im Inneren. Du konntest tun, was du willst. Es kam mir vor, als würden die Betreiber immer wieder ein Auge zudrücken“, sagte Augenzeuge Laurent (30). Der Brandschutz sei schon länger „mies“ gewesen, sagte er zur Schweizer Zeitung Blick.
Wie berichtet, war das Feuer in der Silvesternacht in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana ausgebrochen. Ungefähr 40 Menschen kamen ums Leben, 80 bis 100 Verletzte schweben noch in Lebensgefahr. Die schreckliche Bilanz könnte sich damit noch verschlimmern. Menschen mit Verbrennungen dritten Grades auf etwa 15 Prozent der Körperoberfläche hätten ein erhöhtes Risiko, in den Stunden und Tagen nach dem Unfall zu sterben, sagte der Walliser Sicherheitsdirektor Stéphane Ganzer am Freitag. Die Lage in den Schweizer Krankenhäusern ist deutlich angespannt. Französische Spezialistinnen und Spezialisten für schwere Brandverletzungen könnten in den Kanton kommen.
Andere Länder versorgen Verletzte
Einige Länder wie Frankreich und Polen haben bereits Verletzte aufgenommen, darunter zwei Franzosen. „Das Gesundheitsministerium hat 19 Betten bereitgestellt, 15 für Erwachsene und vier für Kinder, um auf Anfrage der Schweizer Behörden Verletzte aufnehmen zu können“, sagte ein Sprecher des Schweizer Gesundheitsministeriums. Österreicherinnen und Österreicher waren nicht unter den Todesopfern oder Verletzten. Viele Verletzte sind zwischen 16 und 26 Jahre alt.










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