Teils bedenkliche Brandschutzmängel hat der Wiener Stadtrechnungshof vor fünf Jahren in der Stadthalle entdeckt. Eine Nachprüfung hat nun ergeben: Die Mängel wurden rechtzeitig vor dem Song Contest – fast – alle beseitigt. Dafür sind inzwischen ein paar neue dazugekommen.
Im Nachhinein kann das Management der Stadthalle dem Stadtrechnungshof auf Knien danken, dass er 2020 penibel die Gebäudesicherheit prüfte und 50 teils im wahrsten Sinn des Wortes brandgefährliche Mängel aufdeckte. Nicht auszudenken, was die Folgen für die Austragung des Song Contests in Wien gewesen wären, wären die Probleme erst jetzt bekannt geworden – denn zum Teil waren sie nicht einmal innerhalb von fünf Jahren zu beheben.
Wirtschaftliche Aspekte ausgeklammert
Das damalige Urteil war harsch: Nicht schließende Brandabschottungen, frei herumhängende Kabel, Feuchtigkeit bei den Elektroinstallationen, unsichere Arbeitsbedingungen hinter der Bühne, fehlende Dokumentationen und mehr hinterließen als Besucher der Stadthalle ein mulmiges Gefühl im Hinblick auf die Sicherheit. Die unzureichende Lüftung fiel im Vergleich dazu kaum mehr ins Gewicht. Außerdem betonen die Prüfer: „Wirtschaftliche Aspekte“ seien nun nicht untersucht worden.
42 von 50 Problemen gelöst
50 Hausaufgaben gab der Stadtrechnungshof damals der Leitung der Stadthalle auf. 42 davon sind inzwischen laut der Einschätzung der Prüfer abgearbeitet. Bei acht hinkt die Stadthalle hinterher, verspricht jedoch in allen Fällen, die jeweiligen Anordnungen der Prüfer zu befolgen. In den meisten Fällen geht es dabei um Dokumentationspflichten, aber auch das immer noch nicht restlos gelöste Lüftungsthema. Die Stadthalle betont jedoch ihrerseits gegenüber der „Krone“, dass man alle regelmäßigen Prüfungen städtischer Behörden immer zu deren Zufriedenheit bestanden habe.
Legionellen-Gefahr am WC wird „rechtzeitig“ gebannt
Dafür haben die Prüfer bei ihren Kontrollen im letzten Sommer 16 neue Probleme aufgedeckt. Fast alle betreffen die Sicherheit der Mitarbeiter, etwa Gefahrenquellen auf dem Beleuchterboden hoch über der Bühne. Laut dem Rechnungshofbericht besteht hier noch reichlich Handlungsbedarf, die Stadthalle garantiert jedoch, dass die Mängel seit der Abfassung des Berichts schon beseitigt worden seien.
Besucher sind vor allem von der Warnung betroffen, dass stillgelegte Leitungen das Trinkwasser mit Legionellen verseuchen könnten. Die Stadthalle versprach als Antwort an den Rechnungshof einen „vollständigen Rückbau“ der toten Leitungen. Ein Zeitpunkt dafür wurde den Prüfern nicht genannt, gegenüber der „Krone“ verspricht das Management der Halle jedoch, zumindest „rechtzeitig“ zum Eurovision Song Contest werde auch dieses Problem gelöst sein.
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