"Blau wie ein Traum"

Frankreich will nach Zitterspiel gestärkt agieren

Sport
20.11.2013 14:49
Kollektives Aufatmen in Frankreich - die "Equipe Tricolore" fährt doch noch zur WM nach Brasilien. Die Erleichterung war nach dem 3:0-Sieg am Dienstagabend gegen die Ukraine nicht zu übersehen. Die mentale Stärke, die man durch das Aufholen eines 0:2 in Kiew bewiesen hat, müsse man nun aber auch zum Turnier mitnehmen, forderte Teamchef Didier Deschamps.

"Die Spieler haben die Qualitäten", betonte Deschamps. "Leider haben wir manchmal Probleme, richtig bei der Sache zu sein. Wenn wir in diesem Zustand sind, dann sind wir konkurrenzfähig." Das hat sein Team im Stade de France eindrucksvoll bewiesen. "Respekt", titelte die "L'Equipe" am Mittwoch in großen Lettern auf Seite eins. Den in den vergangenen Jahren verspielten Kredit bei den Fans erarbeiten sich die "Bleus" langsam zurück. Das Feuerwerk im Play-off-Rückspiel gegen die Ukraine soll erst der Anfang gewesen sein.

Seit WM-Finale 2006 nie weit gekommen
Seit dem WM-Finale 2006 sind die Franzosen bei einer großen Endrunde aber nie mehr über ein Viertelfinale hinausgekommen. Bei der EURO 2008 und der von Skandalen im eigenen Camp überschatteten WM 2010 kam jeweils bereits in der Gruppenphase das Aus. In den vergangenen drei Turnieren wurde lediglich ein Spiel gewonnen - gegen die Ukraine.

Die WM-Teilnahme wurde für Deschamps übrigens mit einer Vertragsverlängerung belohnt. Der Weltmeister-Kapitän wird die "Grande Nation" damit auch zur Heim-EM 2016 führen. "Wir fahren nicht zur WM, um nur daran teilzunehmen", versicherte Deschamps, der gegenüber dem Hinspiel fünf mutige Umstellungen vorgenommen hatte. Sie sollten sich bezahlt machen.

Deschamps: "Haben das Ruder herumgerissen"
"Im Zeitraum von 90 Minuten extremer Intensität sind 'Les Bleus' von Ausgestoßenen zu Helden geworden", schrieb die Zeitung "Le Figaro". Tatsächlich war die Begeisterung im sonst so reservierten Stade de France grenzenlos. "Wir haben das Ruder herumgerissen, aber das Lob gilt den Spielern", betonte Deschamps. "Es ist ihre Geschichte, ich lebe nur durch sie."

Superstar Franck Ribery löste sein Versprechen ein, sein Team nach Brasilien zu führen. Mit zwei Assists unterstrich Europas Fußballer des Jahres, auch im Rennen um den Titel als Weltfußballer ein Wörtchen mitreden zu wollen. "C'est magnifique", schrie Ribery seine Freude in die Welt. Stürmer Olivier Giroud hatte sich längst das Stadionmikrofon geschnappt und die Nationalhymne angestimmt. Fast 80.000 sangen mit. "L'Equipe": "Eine Nacht blau wie ein Traum."

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(Bild: KMM)



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