Kein Kavaliersdelikt

Rotkreuz-Hackern drohen bis zu drei Jahre Haft

Web
04.11.2013 09:57
Den Hackern von "Anon Austria", die in die Computersysteme des Roten Kreuzes eingestiegen sind (siehe Infobox), drohen Haftstrafen wegen widerrechtlichen Zugriffs auf ein Computersystem. Das Hacken selbst ist mit einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten bedroht. Ist der Täter dann noch Mitglied einer kriminellen Vereinigung, blüht ihm eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren. Obwohl kein Kavaliersdelikt, ist die Internetkriminalität in Österreich zuletzt stark gestiegen.

Laut Kriminalstatistik sind im ersten Halbjahr 2013 6.413 Anzeigen bei der Polizei eingegangen. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einer Zunahme von rund 63 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt bei immerhin rund 40 Prozent.

Polizei rüstet bei Cyber-Ermittlern auf
4.445 Anzeigen betrafen im ersten Halbjahr den Bereich "Betrug durch Missbrauch des Internets" (77 Prozent Plus). Mit der Einrichtung eines Cybercrime-Competence-Center (C4) im Bundeskriminalamt wurde laut Polizei ein erster großer Schritt in Richtung Spezialisierung und Kompetenzaufbau im Innenressort gesetzt. Im Endausbau 2014 sollen dort 50 Mitarbeiter tätig sein.

Auf regionaler Ebene werden bis Jahresende 2013 österreichweit rund 100 polizeiliche Bezirks-IT-Ermittler ausgebildet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Prävention: Derzeit wird gemeinsam mit der Universität Wien das neue Präventionsprojekt "Cyber.Sicher" erarbeitet, das zu Jahresbeginn 2014 starten soll.

Polizei warnt vor unsicheren Passwörtern
Im Bundesland Salzburg ist die Anzahl von größeren Hacker-Angriffen wie am vergangenen Wochenende auf das Computersystem des Roten Kreuzes "nicht extrem hoch", wie Polizei-Sprecherin Eva Wenzl von der Landespolizeidirektion erklärte. Einem Salzburger IT-Ermittler zufolge würden dort fünf bis zehn Fälle im Jahr bekannt.

Die Polizei ortet allerdings einen "schleißigen" Umgang mit Passwörtern. "Das ist sehr häufig der Fall", zitierte Wenzl den Ermittler. Oft müssten Hacker das Computersystem gar nicht überlisten, um die Zugangs- und Kontrolldaten ausfindig zu machen. Immer mehr Bürger, aber auch Unternehmen und öffentliche Einrichtungen werden Opfer von Cybercrime.

Polizei rät: Passwörter immer geheim halten
Der Rat der Polizei für einen besseren Zugriffsschutz lautet: Passwörter sollten nicht notiert und stets geheim gehalten werden sowie einer zuvor festgelegten Richtlinie entsprechen. Ein gutes Passwort bestehe in der Regel aus mindestens acht Zeichen, wobei diese Zeichenfolge aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen bestehen müsse, um einfachen Wörterbuchattacken standhalten zu können. "Regelmäßiges Ändern eines Passworts hebt das Sicherheitsniveau zusätzlich."

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