Rückgang aus Syrien
Deutschland nicht mehr Asyl-Spitzenreiter in EU
Deutschland war im Februar erstmals nicht mehr Hauptzielland von Asylsuchenden in der EU. Unser Nachbarland wurde von Frankreich (13.080 Anträge) und Spanien (12.975 Anträge) eingeholt, wie die neue Statistik des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) zeigt.
Im gesamten Jahr 2024 lag Deutschland mit 250.615 Anträgen noch vor Spanien und Frankreich. Einen internationalen Vergleich für den März gibt es bisher nicht. In Deutschland wurden im März 2025 weniger Asylanträge gestellt als im Februar (Minus von 19,7 Prozent) und März 2024 (Rückgang von 45,3 Prozent).
Die sinkenden Zahlen haben vor allem damit zu tun, dass die Asylanträge von Menschen aus den drei Haupt-Herkunftsländern Syrien, Afghanistan und der Türkei zurückgehen. Die Erstanträge aus der Türkei reduzierten sich im ersten Quartal 2025 um 61,2 Prozent, die aus Afghanistan um 42,5 Prozent.
Debatte um Gründe
Ende des Vorjahres wurden die Asylregeln verschärft. So wurden beispielsweise Abschiebungen nach Afghanistan wieder aufgenommen, die wegen der unsicheren Lage und der Machtübernahme der Taliban 2021 ausgesetzt worden waren.
Bamf-Präsident Hans-Eckhard Sommer macht vor allem die Maßnahmen Serbiens an der Grenze zu Ungarn für den Rückgang verantwortlich. Serbische Behörden haben zum Beispiel das Grenzgebiet von Migrantinnen und Migranten geräumt.
Schutzquote wenig aussagekräftig
Im ersten Quartal 2025 erhielt ungefähr jede fünfte Person, die einen Antrag auf Asyl in Deutschland gestellt hat, einen Schutzstatus. Im Vorjahr betrug diese Quote noch 44,4 Prozent. Allerdings ist der Rückgang derzeit nicht aussagekräftig, weil wegen der unklaren politischen Situation in Syrien ein Entscheidungsstopp verhängt wurde. Asylverfahren von Syrerinnen und Syrern werden nur in Ausnahmefällen entschieden. Ende März waren insgesamt noch 180.597 Asylverfahren anhängig.

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