Das gibt es nicht alle Tage: BAWAG-Vorstandsvorsitzender Anas Abuzaakouk hat 2024 satte 10,9 Millionen Euro verdient – und das, obwohl es bei der Hauptversammlung der inzwischen börsennotierten ehemaligen Gewerkschaftsbank ordentlich Gegenwind gab.
Zwar segneten die Aktionäre den Vergütungsbericht diesmal ab (nachdem er 2023 noch durchgefallen war), aber rund 30 Prozent stimmten dagegen. Das neue Vergütungsprogramm bestehe nun mehrheitlich aus variablen Komponenten, erklärt Florian Beckermann, Präsident des Interessenverbands für Anleger (IVA), gegenüber der Austria Presseagentur. Der Fokus auf Erfolgskomponenten in der Vergütung hat offenbar einige Investoren besänftigt.
5,50 Euro pro Aktie – aber der Ärger bleibt
Während die Aktionäre immerhin eine saftige Dividende von 5,50 Euro je Aktie kassieren sollen, hagelt es von einigen Anlegern der Bank weiter Kritik an den Chef-Gehältern. Der IVA fordert noch Nachbesserungen für den Vergütungsbericht.
Angesichts des gestiegenen Aktienkurses bleibe die BAWAG eine „Freude für den Investor“, räumt Anlegervertreter Beckermann ein. Schließlich sei die Bank ertragreich und mit Blick auf die Dividende sehr attraktiv.
Einziger aktueller Wermutstropfen: Im Zuge von Donald Trumps Zoll-Schock ist der BAWAG-Kurs diese Woche von fast 100 Euro um 13,7 Prozent auf 86,6 Euro gefallen. Allerdings ist der Kurs noch immer etwa doppelt so hoch wie noch vor zwei Jahren.
Aufsichtsrat wird immer amerikanischer
Spannend auch: Die frühere Gewerkschaftsbank BAWAG bekommt immer mehr US-Flair. Von den neu gewählten Aufsichtsräten kommen gleich fünf aus Amerika. Ob die auch verstehen, warum manche Anleger über die 10,9 Millionen Euro für den Vorstandschef so empört sind?
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