15.07.2013 18:10 |

Tour-de-France-Eklat

Doping-Diskussion: Froome bricht Pressekonferenz ab

Die ständigen Fragen über Doping lassen den Tour-de-France-Spitzenreiter Christopher Froome nicht kalt. Am Montag, dem zweiten Ruhetag der Rundfahrt, drehte sich nach seinem Solosieg auf dem Mont Ventoux im Teamhotel seines Rennstalls Sky neuerlich fast alles um dieses Thema. "Es ist traurig, hier nach dem größten Erfolg meiner Karriere zu sitzen und über Doping zu reden. Man beschuldigt mich, ein Lügner und Betrüger zu sein, das ist nicht cool", erklärte der Brite, der die Pressekonferenz verärgert verließ und so für einen Eklat sorgte.

Zuvor hatte Froome auf Fragen nach dem Zustandekommen seiner Leistungen geschildert, wie hart und wie lange er trainiert habe ("Es war eine richtige Schlacht, bis ich da war, wo ich bin") und wie ihn seine fantastische Mannschaft unterstütze. "Die Leute mögen über andere Dinge reden. Ich weiß, was ich gemacht habe, und darauf bin ich stolz", betonte der 28-Jährige, der die Gesamtwertung der 100. Auflage vor den Alpenetappen anführt.

Froome hatte zuvor erklärt, er habe einen Vergleich mit Lance Armstrong als Kompliment genommen. Obwohl der US-Amerikaner des Dopings bei seinen sieben Tour-Siegen überführt worden sei? "Weil er diese Rennen gewonnen hat. Damit ist es genug der Vergleiche. Lance hat betrogen, ich betrüge nicht. Punkt. Schluss."

Sky-Manager will WADA stärker einbeziehen
Dave Brailsford, der Manager des Teams Sky, schlug angesichts der ständigen Verdächtigungen vor, Experten der Welt-Anti-Doping-Agentur sollten das komplette Profil der Athleten prüfen. "Wir würden alle Daten zur Verfügung stellen. Die Wattleistungen, die Blutwerte, das Gewicht, alle Trainings. Die Fachleute könnten den Journalisten dann sagen, ob sie uns vertrauen können", sagte Brailsford.

Dass Froome angesichts einer angeblichen Leistung von 446 Watt von einem Ex-Trainer des Teams Festina als "Quasi-Mutant" bezeichnet wurde, stört Brailsford sehr. "Das kann niemand wirklich analysieren, man kann diese Zahlen interpretieren, wie man will", sagte der Manager.

Contador verteidigt Froome
Am Montagnachmittag hat sich auch der zweifache Tour-Gewinner Alberto Contador, dem sein dritter Erfolg von 2010 wegen Dopings aberkannt worden war, zu Wort gemeldet und gemeint, es gebe keinen Grund, an Froome zu zweifeln. "Er fährt auf einem sehr hohen Niveau, das hat er die ganze Saison bewiesen. Jetzt erntet er die Früchte seiner Arbeit und er macht das sauber. Er ist ein großer Profi", sagte der Spanier, der nach der 15. Etappe hinter Froome und dem Niederländer Bauke Mollema in der Gesamtwertung auf Rang drei liegt.

Sein eigenes Ziel bleibe der Gesamtsieg, betonte Contador. "Derzeit steht der Spitzenreiter über allen. Es ist unmöglich, ihn eins gegen eins zu schlagen. Aber die letzte Woche ist sehr hart, sie bietet viele taktische Möglichkeiten."

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