04.07.2013 15:00 |

Österreich-Tour

Große Empörung bei Brändle über Disqualifikation

Matthias Brändle wegen Anhaltens an das Teamauto disqualifiziert. So stand es nach der Glockneretappe im Bericht der Jury der Österreich-Rundfahrt. Der Vorarlberger Radprofi beteuert allerdings, er sei gar nicht in der letzten Gruppe gefahren, aus der dieser Vorfall mit seiner Startnummer 92 gemeldet worden war. "Es war eine blöde Verwechslung, wir haben Beweise gebracht, aber die Jury war so stur", ärgerte sich der 23-Jährige, der sich just für die nächste Etappe am Donnerstag viel vorgenommen hatte.

Vor dem Start des fünften Teilstücks im Alpendorf oberhalb von St. Johann/Pongau versuchten Brändle und sein IAM-Teamchef daher alles, um die Entscheidung rückgängig zu machen. "Alle Teamchefs, die dabei waren, und andere Zeugen haben ausgesagt, dass ich gar nicht in dieser Gruppe war", erklärte Brändle.

"Jury wollte offenbar den Irrtum nicht eingestehen"
Aber die Aussage des Rettungssanitäters, der den Vorfall gemeldet hatte, zählte mehr. Die Jury wollte offenbar den Irrtum nicht eingestehen." Eddy Seigneur, der Sportliche Leiter des Brändle-Teams, empörte sich ebenfalls und wurde deswegen auch aus dem Rennen ausgeschlossen.

Milan Dvorscik, der Präsident der Jury, hatte schon am Vorabend erklärt, dass die UCI-Kommissäre nach Beratung auf Disqualifikation entschieden hätten und laut Reglement kein Protest möglich sei. Ein Rennkommissar auf einem Motorrad habe den Zwischenfall gemeldet. Brändle musste enttäuscht die Heimreise antreten. Die nächsten Ziele des Vierten der Luxemburg-Rundfahrt sind die Dänemark-Rundfahrt Ende Juli und anschließend die Tour dl'Ain in Frankreich.

IAM-Teamchef will Fall vor UCI bringen
Der Schweizer IAM-Rennstall will nach dem Ausschluss nicht zur Tagesordnung übergehen. Teamdirektor Serge Beucherie will den Weltverband einschalten. "Das ist eine ungerechte Entscheidung, die unbegründet ist", erklärte Beucherie. Die Disqualifikation beträfe mehr als das Sportliche - Zeitfahr-Staatsmeister Brändle wurde um die Chance guter Ergebnisse gebracht.

"Sie betrifft direkt die Integrität und den Ruf des jungen Fahrers", betonte Beucherie. Mit Hilfe der Aussagen von anderen Sportlichen Leitern und Fahrern will man Wiedergutmachung erhalten. "Auch wenn das Übel schon geschehen ist", sagte der Team-Offizielle. Auch der französische Ex-Profi Seigneur ist bereit, weitere Schritte zu ergreifen. "Ich kann das nicht einfach durchgehen lassen. Die Jury hat einen Unschuldigen für schuldig erklärt. Ich finde das zutiefst ungerecht und das wirft kein gutes Licht auf den Radsport."

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