„Super-GAU“: Das Wort hat in den vergangenen Wochen Karriere gemacht, zum Glück nur im übertragenen Sinn. Aber ist das tatsächlich die richtige Metapher für einen Regierungswechsel? Autor und Naturwissenschaftler Christian Mähr ist skeptisch.
„GAU“ ist ja die Abkürzung für „Größter anzunehmender Unfall“. Der Ausdruck „Super-GAU“ klingt also erst einmal falsch. Denn wenn etwas das „Größte“ ist, gibt es keine Steigerung. Aber das schlaue Internet hat mich belehrt: „Super“, heißt es da, meint wie im klassischen Latein „darüber hinaus“. Trotzdem ein Widerspruch. Wie kann ein Unfall über den „größten“ hinausgehen? Hier gilt es, aufmerksam zu lesen: Die Rede ist ja vom größten anzunehmenden Unfall, nicht vom größten möglichen. Dieser GAU war jahrzehntelang eine teilweise Kernschmelze im Atomkraftwerk. Wohlgemerkt: eine teilweise! Als dann in Tschernobyl eine vollständige eintrat, bot sich der „darüber hinausgehende“ Super-GAU an.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.