15-Jährige gesteht

Wien: Streit um Ex-Freund endete tödlich

Österreich
30.05.2013 11:39
Die tödliche Messerattacke auf ein 16-jähriges Mädchen in Wien-Favoriten scheint geklärt. Wie Polizeisprecherin Adina Mircioane am Donnerstag mitteilte, hat die 15-jährige Freundin des Opfers in ihrer ersten Einvernahme die Tat gestanden. Demnach dürfte eine Diskussion um Ex-Freunde eskaliert sein. Zuvor sollen die beiden schon lange befreundeten Mädchen gemeinsam Drogen konsumiert haben.

Die beiden Jugendlichen waren am Mittwoch kurz vor 8 Uhr in der Wohnung eines gemeinsamen 36-jährigen Bekannten in der Hardtmuthgasse in Streit geraten. Dabei dürfte die mutmaßliche Täterin ihrer Kontrahentin mit einem Küchenmesser in den Rücken gestochen haben. Das Opfer wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Meidlinger Unfallkrankenhaus eingeliefert, wo es trotz Notoperation starb.

15-Jährige war schon öfters mit dem Gesetz in Konflikt geraten
Die 15-Jährige wurde am Abend erstmals einvernommen. Sie gab an, dass ihre Eltern geschieden seien und sie bei ihrem Vater aufwuchs. Sie dürfte demnach bereits öfters mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sein, unter anderem soll es dabei um Ladendiebstahl gegangen sein. Auch Drogen soll sie mehrfach genommen haben, so etwa Kokain, Haschisch und MMC (Mephedron oder 4-Methylmethcathinon), eine synthetische Droge, die laut der Drogenberatungsstelle "ChEckiT" stimulierend wirkt.

Das Opfer kannte die 15-Jährige seit der Volksschule, die beiden waren eng befreundet. Auch die 16-Jährige dürfte größere familiäre Probleme gehabt haben - ihre Eltern waren ebenfalls geschieden, sie wuchs bei der Mutter auf. Immer wieder dürfte es dabei zu Streitereien gekommen sein, wiederholt sei ihre Freundin von zu Hause ausgerissen, gab die Verdächtige an.

Mädchen fanden immer wieder bei 36-Jährigem Unterschlupf
Auch am Vorabend der Bluttat wollte die 16-Jährige nach einer Auseinandersetzung mit ihrer Mutter nicht nach Hause gehen. Die Mädchen hatten gemeinsam MMC konsumiert und kontaktierten ihren gemeinsamen Bekannten, um bei ihm zu übernachten, was dieser gewährte. Zwischen den beiden Jugendlichen entwickelte sich eine Diskussion um frühere Beziehungen. 

Was die 15-Jährige nicht sagte, die Ermittler aber herausfanden: Die 16-Jährige dürfte mit einem Ex-Freund der mutmaßlichen Messerstecherin zusammengekommen sein. Das soll unter anderem auch der Quartiergeber der beiden ausgesagt haben, der die Mädchen über einen gemeinsamen Bekannten kennengelernt habe, wie er der Polizei sagte. 

Der 36-Jährige dürfte den Mädchen fallweise Unterkunft gewährt haben, wenn sie zu Hause Probleme hatten. So auch für die Nacht auf Mittwoch: Die Jugendlichen seien zu ihm gekommen und hätten Drogen konsumiert. Er selbst habe noch versucht, ihnen das auszureden. Die 16-Jährige habe sich nach einem gemeinsamen Bier niedergelegt, während er mit ihrer Freundin noch geplaudert habe. Dabei soll sich die 15-Jährige beschwert haben, dass das spätere Opfer ihr einen Freund ausgespannt habe.

Streit eskalierte, als Bekannter zum Arzt unterwegs war
In der Früh musste der Wohnungsinhaber einen Arzttermin wahrnehmen und verließ das Appartement. Laut der Verdächtigen flammte der Streit über die Ex-Freunde wieder auf und eskalierte, bis sie ein Küchenmesser in der Hand hatte und ihrer Freundin in den Rücken gestochen haben dürfte. Die Jugendliche gab an, dass sie keine Tötungsabsicht gehabt habe. Mircioane zufolge bezeichnete die Verdächtige die Tat als "Kurzschlusshandlung". Auf Anraten ihres Verteidigers machte sie danach keine weiteren Angaben. Die Jugendliche wurde bereits an das Gericht überstellt.

Laut Mircioane wurde die gerichtliche Obduktion angeordnet, bisher aber nicht durchgeführt. Der 15-Jährigen wurde Blut abgenommen, unter anderem, um ihre Angaben zum Drogenkonsum nachzuprüfen. Außerdem setzten die Ermittler Einvernahmen von Familienangehörigen fort.

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