Ein Schausteller starb – und hinterließ eine junge Witwe und drei Kleinkinder, die jetzt völlig mittellos sind. Vielleicht können wir zu Weihnachten helfen. . .
„Du, wir sind alle drei im Lkw bei der Fahrt auf die Welt gekommen!“, erzählt der herzige Fünfjährige mit blitzenden Augen. „Aber nein, ihr seid im Spital geboren worden“, korrigiert ihn die Mama schmunzelnd. Aber grundsätzlich – hat er schon recht. Denn die drei Geschwister im Alter von 3, 4 und 5 Jahren sind die Kinder von Schaustellern – und seit ihrer Geburt mit dem „reisenden Volk“ unterwegs.
Die Mama, heute mit 24 Jahren noch so jung, hatte ihre große Liebe auf einem Kirtag kennengelernt, fortan ihr Leben mit ihm, der aus einer Zirkusfamilie stammte, geteilt. Auf der Straße durch viele Staaten Europas, später die Kleinen immer mit dabei. Im umgebauten Lkw, fast wie eine Mini-Wohnung, in ihrem Dreierstockbett. Mit den Feldern vor der Tür als großem Spielplatz, mit den anderen Reisenden als große Familie, mit grenzenloser Freiheit im Gepäck.
Wohl deswegen können und wissen sie schon so viel. Der Ältere, der überhaupt immer am Papa „klebte“, weiß, wie man Straßenkarten liest, Räder wechselt, Zuckerwatte macht. Selbst die Kleine kann schon andere Sprachen in beachtlichen Brocken. Der Papa, der gemeinsam mit der Mama auch Hausrat verkaufte und Bettfedern reinigte, war immer an ihrer Seite. Schöner kann ein Kind – von finanziellen Sorgen der Eltern unbelastet – möglicherweise nicht aufwachsen. Mehr kann es nicht leiden, wenn dann der Papa nicht mehr ist.
Über „simple“ Bauchschmerzen hatte er geklagt. „Eine Woche später kam die Diagnose: Krebs. Im letzten Stadium“, schildert die junge Witwe. „Uns hat es den Boden unter den Füßen weggefetzt.“ Die Steirerin und ihr Ehemann verkauften alles, was ihr bisheriges Leben ausmachte, steckten es ins Mobilar einer Mietwohnung und in die Kaution. „Auf der Fahrt“ hatte ihr Mann sterben wollen, sein letzter Wunsch erfüllte sich nicht mehr; wegen der unerträglichen Schmerzen starb er innerhalb der Spitalswände.
Die Wände der Mietwohnung – sie sind jetzt wie ein Gefängnis für die Kinder. Auch darum weinen diese aufgeweckten und cleveren Kleinen. Und natürlich um den Papa. Zeichnungen von ihm auf dem Lkw sind überall, Fotos. „Er kommt aber nicht mehr zurück“, sagt der Fünfjährige ernst. „Er macht im Himmel Zirkus.“
Das Schaustellerleben macht nicht reich, es reichte kaum zum Leben. Als der Mann starb, erdrückten die 24-Jährige auch Schulden. Die Steirerin selbst, die jetzt wieder in ihrem Heimatort lebt, hätte, auch wenn sie oft nicht weiß, wie sie Essen auf den Tisch bringen soll, nie um Hilfe gebeten; das ist wohl so eine Art Schausteller-Ehre. Das haben aber andere für sie gemacht. . .
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